Start in die Arbeit

Im Ebneter Ortschaftsrat sind die Aufgaben neu verteilt

Jelka Louisa Beule

Von Jelka Louisa Beule

Mo, 23. September 2019 um 11:56 Uhr

Ebnet

Im Rat Ebnet fand die erste Sitzung unter der Leitung der neuen Ortsvorsteherin Beate Schramm statt – nur einen Tag nach ihrer Wahl zur neuen Ortsvorsteherin.

Stabwechsel im Ortsteil Ebnet: Nur einen Tag, nachdem der Freiburger Gemeinderat sie als neue Ortsvorsteherin offiziell ins Amt gehoben hat, musste Beate Schramm die erste Ortschaftsratssitzung leiten. Inhaltlich ging es vor allem um zwei geplante Bauvorhaben. Einstimmig votierte das Gremium gegen eins davon: Einen Neubau an der Steinhalde fanden die Räte überdimensioniert. Den Bauantrag für ein Mehrfamilienhaus an der Schwarzwaldstraße winkten sie indes ohne Gegenstimme durch.

In ihre neuen Rollen müssen sie sich erst noch hineinfinden: Bislang war Beate Schramm (60, Forum Ebnet) stellvertretende Ortsvorsteherin hinter dem langjährigen Ebneter Rathauschef Bernhard Sänger (CDU). Der 72-Jährige wollte das Amt eigentlich weiter ausführen, musste aber bei der Kommunalwahl eine herbe Niederlage einstecken. Nun sitzt Sänger lediglich als einfaches Mitglied am Ratstisch – sogar aufgrund der Sitzordnung direkt über Eck neben seiner Nachfolgerin. Während er es als Ortsvorsteher gewohnt war, die meiste Redezeit für sich zu beanspruchen, bleibt Sänger in der ersten Sitzung des neuen Gremiums auffallend ruhig und hält sich aus den inhaltlichen Debatten komplett heraus. Einige Kommentare kann sich der langjährige Ortsvorsteher aber nicht verkneifen. Als die Räte sich ausführlich das Bauvorhaben an der Schwarzwaldstraße auf großen Plänen anschauen, findet Sänger das verwunderlich: Dies hätte doch schon im Vorfeld passieren können, meint er. Und als Beate Schramm am Schluss die Ortschaftsratssitzung für beendet erklärt, weist Sänger sie darauf hin, dass nur der öffentliche Teil vorbei sei, der nicht-öffentliche folge noch.

Debatte über Sechsfamilienhäuser

Auf der Tagesordnung stehen in der ersten Sitzung zwei geplante Bauvorhaben. Beide Male geht es um Sechsfamilienhäuser – und beide Male ist sich das Gremium einig, wenn auch mit gegensätzlichem Tenor. Ohne größere Diskussionen stimmen die Räte dem Bauantrag eines geplanten neuen Gebäudes an der Schwarzwaldstraße zu. Genauso einstimmig – allerdings ablehnend – fällt das Votum bei einer Bauvoranfrage für ein Sechsfamilienhaus an der Steinhalde aus. Denn der Bauherr möchte einige Bestimmungen aus dem geltenden Bebauungsplan aushebeln. Dieser sieht maximal vier Wohneinheiten pro Gebäude vor. Geplant sind zudem rund ein Drittel weniger Autostellplätze als vorgeschrieben, und diese zum Teil auf einer auf der anderen Straßenseite liegenden Streuobstwiese. Auch die Baugrenzen würde der Neubau überschreiten. Die Räte sind sich einig, dass das alles nicht geht. "Für die beantragten Befreiungen gibt es überhaupt keine handfesten Begründungen", sagt Matthias Heizmann (CDU).

Unter dem Punkt Verschiedenes geht es um einen Antrag der Freien Wähler. Sie fordern ein Verkehrskonzept für Schulkinder für die Zeit, in der es durch die Bauarbeiten im Neubaugebiet "Alter Sportplatz", durch die Sanierung der Dreisamhalle und durch die Erweiterung der Feyelgrundschule gleich drei Großbaustellen in Schulnähe geben wird. Beate Schramm berichtet, dass sich die Stadtverwaltung hierzu gemeldet habe, sie die Antwort aber unbefriedigend finde und sie deshalb nochmal nachhake.

Zugesichert habe das städtische Garten- und Tiefbauamt, so Schramm, dass ein unbefestigter Weg oberhalb des Katholischen Kindergartens zeitnah ausgebessert werde. Dieser wird im Moment wegen der Umleitungsregelung aufgrund der Sanierung der Eschbachbrücke und einer örtlichen Baustelle stärker frequentiert.

Nicht bekannt ist der Ortsverwaltung, warum ein neuer Car-Sharing-Parkplatz des Anbieters "Grüne Flotte" am Heinrich-von-Gayling-Weg eingerichtet wurde. Dafür sei ein Anwohnerparkplatz weggefallen, berichtet Rätin Susanne Lucht (Forum Ebnet), das sei nicht nachvollziehbar, meint sie.

In der Bürgerfrageviertelstunde erklärt ein Anwohner der Straße "Am Galgenberg", dass viele Autofahrer sich nicht an die Geschwindigkeits- und Anlieger-Regelungen halten. Er wünscht sich mehr Kontrollen, "bevor etwas passiert".
Sitzungsdauer: eine Stunde.
Teilnehmer: elf von zwölf Räten.
Zuhörer: 15.