Die Beweggründe werden nicht beleuchtet

Michael W. Geisler

Von Michael W. Geisler (Buchenbach)

Mi, 13. Januar 2021

Leserbriefe

Was könnte in heutiger Zeit ein wertvoller Beitrag sein, die Krise, ausgelöst durch eine Pandemie, hilfreich für die Zukunft der Menschen zu nutzen? Verständigung, Respekt für den Mitmenschen, Verantwortung für das eigene Handeln, Gemeinsamkeit, Rücksichtnahme sollten ins Blickfeld rücken, da wir alle von einer Bedrohung durch Krankheit und in unsere Freiheit eingreifende Maßnahmen betroffen sind. Jeder Einzelne müsste kritisch auf sein Verhalten schauen, ohne in Moralität zu verfallen. Im Anthropozän müssen wir uns der Wirkung des Menschen auf Gesellschaft, Zusammenleben und die Welt bewusst werden, denn Klimakrise, Umweltkrise, Spaltung der Welt und Länder in Arme und Reiche, Ausbeutung der Menschen und natürlicher Ressourcen bedürfen einer Lösung.

Im Gegeneinander wird die fruchtbare Bewältigung kaum gelingen. Nun hat die Pandemie gleichfalls tiefe Ängste berührt, was ein freies, einander zugewandtes Handeln schwer macht. Der andere, der Staat, der Leugner, der Impfgläubige,... auf ihn wird die Schuld für die gefühlte Bedrohung projiziert. Der Artikel zielt in diese Richtung, wertet ab, stellt sich und die eigene Position als einzige und alternativlos richtige dar, spaltet in "wir" und "die anderen" und lässt Einsicht für die Beweggründe der Mitmenschen vermissen. Michael W. Geisler, Buchenbach