Die Brigade ist im Corona-Modus angelangt

Volker Münch

Von Volker Münch

Mo, 23. März 2020

Müllheim

Einsatzbereitschaft steht für Kommandeur Peter Mirow an erster Stelle / Änderungen im Dienstbetrieb, um Ausbreitung zu stoppen.

MÜLLHEIM (mps). Das Coronavirus ist auch bei der Deutsch-Französischen Brigade in Müllheim Thema: Längst wurden Änderungen im Dienstbetrieb per Tagesbefehl verfügt, wie es auch an anderen Standorten der Bundeswehr der Fall ist. "Die Einsatzbereitschaft der Deutsch-Französischen Brigade für alle Aufgaben, die in den kommenden Wochen auf uns zukommen mögen, steht für mich an erster Stelle", so der Kommandeur, Brigadegeneral Peter Mirow. Dazu gehört auch der Schutz der Soldatinnen und Soldaten wie auch der zivilen Mitarbeiter. Die Brigade erklärt den neuen Alltag in den Kasernen wie hier in Müllheim.

Die Bundeswehr und damit die Deutsch-Französische Brigade sei von den aktuellen Entwicklungen rund um das Thema Coronavirus genauso betroffen wie die Zivilgesellschaft, heißt es bei der Brigade. "Wir nehmen eine weitere Ausbreitung des Virus sehr ernst. Deshalb kommt es zu Änderungen im Dienstbetrieb", erklärt Pressesprecher Oberstleutnant Oliver Richter die oberste Maßgabe des Kommandeurs. Schließlich habe die Einsatzbereitschaft der Brigade höchste Priorität. Deshalb werde auch bei der Brigade Besprechungen, Dienstreisen, Übungen und Ausbildungen auf ein notwendiges Maß beschränkt, so Oberstleutnant Richter weiter. Es sei ein ständiges Abwägen zwischen Auftrag und den dazu erforderlichen Aufgaben, erklärte Oliver Richter die täglichen Führungsentscheidungen. Dabei werde jeder Einzelfall genau geprüft.

Auch hier ist es das erklärte Ziel, die Führungsfähigkeit auch weiterhin zu gewährleisten. Weil die Brigade von zwei Nationen getragen wird, gibt es in der Zuständigkeit für die Truppenteile eine besondere Situation. "Die Vorgesetzten beider Nationen stehen deshalb in ständigem und engem Austausch", berichtet Richter. Die Brigade befasst sich mit Planungen, um auf die dynamische Veränderung in Sachen Covid-19 reagieren zu können. Eine zentrale Rolle spielen dabei, so berichtet es Richter, die Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts, die in der Brigade konsequent umgesetzt werden. Deshalb gebe es bereits Einschränkungen im Dienstbetrieb, so wird bereits im Schichtbetrieb gearbeitet.

Was geschieht mit möglichen Verdachtsfällen? Da unterscheiden sich die Maßnahmen nicht von denen, die im zivilen Bereich umgesetzt werden müssen. "Bei uns gilt der gleiche Fürsorgeaspekt wie bei der Zivilgesellschaft, betont der Oberstleutnant. Bei einem Verdacht würden sich die betroffenen Personen in die häusliche Isolation begeben, hieß es weiter. Auch die Brigade erinnert ihre Mitarbeitenden im militärischen wie im zivilen Bereich an die Hygienevorschriften, mit denen mögliche Gefahren zumindest reduziert werden können. Ob Kräfte der Brigade möglicherweise für Unterstützungsleistungen der Zivilbehörden herangezogen werden könnten, hängt von möglichen Amtshilfeersuchen der Länder und der Kommunen ab. Einen solchen Beschluss gab es für die Bundeswehr in der Vergangenheit bei Schneekatastrophen und Hochwassereinsätzen. Die Führung der Deutsch-Französischen Brigade betont, dass diese Unterstützungsleistungen im Rahmen der Möglichkeiten der Brigade mit ihren rund 5000 Soldatinnen und Soldaten an den verschiedenen Standorten erbracht werden. Sämtliche Regeln, die für die Brigadeangehörigen in den Standortkasernen mit Blick auf die Pandemie gelten und aktualisiert werden, gelten auch für die Soldaten, die aus Auslandseinsätzen zurückkehren.