Handball

Die DHB-Auswahl qualifiziert sich für Olympia

dpa

Von dpa

So, 14. März 2021 um 20:09 Uhr

Nationalmannschaft

34:26-Sieg über Algerien: Die deutschen Handballer posierten jubelnd mit einem Tokio-Ticket – und auch Bundestrainer Alfred Gislason war sichtlich erleichtert.

Mit einem ungefährdeten 34:26 (17:14) gegen Außenseiter Algerien hat die DHB-Auswahl die Teilnahme an den Olympischen Spielen perfekt gemacht und eine nach der verpatzten Weltmeisterschaft drohende sportliche Krise abgewendet.

"Wir sind mehr als glücklich, dass wir die Aufgabe so souverän gelöst haben. Jetzt können wir den Traum von Olympia leben", frohlockte DHB-Vizepräsident Bob Hanning und bekräftigte das Gold-Ziel: "Wir fahren nicht dorthin, um Zweiter zu werden." Dank des allerdings glanzlosen Erfolges am Sonntag beendete die DHB-Auswahl das Ausscheidungsturnier in Berlin ohne Niederlage mit 5:1 Punkten und ließ die zuletzt aufgekommene Kritik verstummen. "Uns sind viele Steine vom Herzen gefallen. Wir können stolz sein, dass wir unser großes Ziel Olympia erreicht haben", sagte Kapitän Uwe Gensheimer. Und Gislason ergänzte: "Uns wurde ein großer Druck von den Schultern genommen. Wir sind alle sehr glücklich, die Erleichterung ist groß."

Mit dem gelösten Tokio-Ticket hat der Bundestrainer, der das Amt vor gut einem Jahr vom glücklosen Christian Prokop übernommen hatte, seine erste Mission erledigt. "Unsere Erwartungen hat er mit der Olympia-Qualifikation voll erfüllt. Er hat schon bei der WM in Ägypten in einer sehr kritischen Situation bewiesen, dass er wirklich der Fels in der Brandung ist. Deswegen haben wir ihn auch geholt", lobte DHB-Präsident Andreas Michelmann den 61 Jahre alten Isländer.

"Für mich ist das eine große Sache. Ich war als Spieler zweimal bei Olympia dabei, aber noch nie als Trainer", sagte Gislason. "Das ist auch für mich persönlich extrem wichtig, denn das war einer der Gründe, weshalb man mich verpflichtet hat." Gegen Algerien erlebte Gislason jedoch viel Krampf von seiner fast komplett neu formierten Mannschaft, deren bester Werfer Rückraumspieler Julius Kühn mit acht Toren war. "Das Feuer war nicht ganz da. Es war aber auch das dritte Spiel innerhalb von drei Tagen. Es war ein bisschen schwierig", resümierte Gislason.

Die Algerier hielten lange gut mit, weil es dem DHB-Team an der nötigen Aggressivität in der Abwehr mangelte. So kamen die Nordafrikaner immer wieder zu leichten Toren, zumal auch Torwart Andreas Wolff anders als beim glanzvollen 36:27 am Vortag gegen Slowenien nicht zündete. Der 30-Jährige musste den Platz zwischen den Pfosten nach gut 20 Minuten für Silvio Heinevetter räumen.

Den Grundstein für das Olympia-Ticket hatte die DHB-Auswahl am Samstag mit der Gala gegen den EM-Vierten Slowenien gelegt. "Das war ein Befreiungsschlag", sagte DHB-Sportvorstand Axel Kromer. "Die Jungs haben sich freigespielt. Das verleiht Stärke für die kommenden Aufgaben." Nebem Deutschland qualifizierte sich auch Vizeweltmeister Schweden für Olympia – nach einem xx:xx gegen Slowenien.