Essay

Die Grünen und die Wissenschaft: Science oder Fiction?

Andreas Frey

Von Andreas Frey

Fr, 01. November 2019 um 19:48 Uhr

Deutschland

BZ-Plus Klimaschutz begründen die Grünen gern mit der Wissenschaft. Doch bei Homöopathie und Gentechnik sind sie da nicht so streng – wie Andreas Frey in seinem Essay festhält.

Es ist in manchen Kreisen üblich geworden, die Grünen mit der AfD zu vergleichen. Nicht um die Unterschiede zu betonen, sondern die Gemeinsamkeiten. Beide seien freiheitsfeindliche Parteien, heißt es, beide setzten auf Gefühle statt auf Fakten, beide warnten zu gerne vor dem Untergang, nur um die Welt davor zu retten. Und beide Parteien würden am Ende geradewegs in die Diktatur führen.
Letzteres ist, bezogen auf die Grünen, Quatsch. Die Partei verfolgt eindeutig demokratische Absichten, bei der AfD kann man berechtigte Zweifel hegen. Dennoch lässt sich bei den Grünen eine Eigenart feststellen, die überhaupt nicht zu ihrem zukunftsgewandten und vernunftbegabten Selbstbild passt, mit dem sie bei March for Science und Fridays for Future mitlaufen. Es ist ein Phänomen, das der Erzählung über die Grünen als der letzten Bastion der Vernunft diametral widerspricht. Dabei sind sie in mehr als der Hälfte der Bundesländer derzeit an der Regierung beteiligt, stellen in Baden-Württemberg den Ministerpräsidenten.
Die alten Reflexe der Protestpartei
Wenn es um wissenschaftliche Fakten geht, erinnern aber manche der Grünen stark an Donald Trump, und das nicht nur in ihren Tweets. Etliche Parteianhänger leugnen Evidenzen und vermuten hinter unliebsamen Erkenntnissen mächtige Lobbyisten, die der Allgemeinheit schaden wollen, selbst vor Verschwörungstheorien machen sie nicht halt. Und das Verhältnis zur Wissenschaft ist wechselhaft, lässt eher taktische Züge erkennen: Akzeptiert werden oft nur jene Resultate, die zum eigenen Weltbild passen, was von einigen der Grünen soweit übertrieben wird, dass die Kritik aus den eigenen Reihen jetzt lauter wird. Die Grüne Jugend versteht sich gar als rationaler Gegenpol und bezieht Stellung gegen solche "gefährlichen Positionen für die Partei". Denn bei klassischen Reizthemen wie ...

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