Die Herausforderung bleibt

Wolfram Wette

Von Wolfram Wette

Sa, 08. Januar 2011

Kultur

Wie gingen und gehen wir mit dem Wissen um den Nationalsozialismus um? Von der Vergangenheitsbewältigung zur Erinnerungskultur.

W er sich mit der Frage befassen möchte, wie intensiv sich die Gesellschaft unseres Landes mit der nationalsozialistischen Vergangenheit auseinandergesetzt hat, der wird eine überraschende Feststellung machen: Das Thema ist ungemein vielseitig, und die Literatur über die deutsche Vergangenheitsbewältigung kann schon heute von einem Einzelnen kaum mehr überblickt werden. Die NS-Vergangenheit und die Auseinandersetzung mit ihr sind nicht nur ein Thema für den Geschichtsunterricht an unseren Schulen, an Akademien und Universitäten, sondern auch ein fester Programmteil der Medien, und sie sind zugleich ein Feld der praktischen Politik.
Ich unternehme den Versuch, die Beschäftigung mit der NS-Vergangenheit in unserem Lande in der Zeit von 1945 bis heute in den Blick zunehmen. Wenn ich die Behauptung aufstelle, die sogenannte Vergangenheitsbewältigung sei "gestern" gewesen, sie sei also überholt, ist das nicht in dem Sinne gemeint, dass die Beschäftigung mit der "braunen" Vergangenheit überflüssig geworden wäre. Vielmehr soll zum Ausdruck gebracht werden, dass sie längst neue Formen angenommen hat.
"Vergangenheitsbewältigung" ist ein Wort, das sich in andere Sprachen nur schwer übersetzen lässt. Es bezieht sich nicht auf eine beliebige Phase deutscher Vergangenheit, sondern auf die Zeit des Nationalsozialismus – also auf die Diktatur, den von Deutschland entfesselten Zweiten Weltkrieg und die Eroberung der meisten europäischen Länder, die Ermordung der europäischen Juden sowie der Sinti und Roma und von Millionen slawischer Zivilisten. Der Begriff ...

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