Nazaré

Die höchste Welle der Welt? Surfer jagen einen Rekord

Andreas Strepenick

Von Andreas Strepenick

Sa, 29. März 2014 um 00:00 Uhr

Panorama

Die Jäger der Riesenwelle: Nazaré an der portugiesischen Atlantikküste lockt Surfer aus aller Welt. Nirgendwo türmt sich das Meer höher auf – das ist ebenso lebensgefährlich wie spektakulär.

Sie war schon immer da. Sie kam jedes Jahr. Sie kam so zuverlässig wie der Winter. Die Portugiesen nannten sie A Onda da Praia do Norte. Die Welle am Nordstrand. Die einheimischen Surfer kannten sie, doch sie hatten Respekt vor ihr. Sie war ihnen zu hoch, zu gewaltig, zu nah am Strand. "Wir wussten, dass man diese Welle besser nicht surft", sagt Humberto Santos.
Er ist einer der Locals, einer der portugiesischen Surfer in dem kleinen Küstenort Nazaré 120 Kilometer nördlich von Lissabon an der Atlantikküste. Santos, 30, liebt es, mit seinem Brett hinaus aufs Meer zu paddeln und dann stundenlang Wellen zu reiten in der Region Oeste, wo der Wind und das Gefüge der Küsten Surfern so ideale Bedingungen bietet wie sonst kaum irgendwo in Europa. Santos ist Informatiker, er arbeitet für die Stadtverwaltung von Nazaré, aber jetzt hat er Mittagspause, er hat frei, und er hat es eilig. Er will surfen gehen.
Der Bürgermeister hat ihn gebeten, uns vorher noch schnell das Tor zum Fort de S. Miguel aufzuschließen. Santos fährt uns die Serpentinen hoch zu dem Felsen, der weit hineinragt in den Atlantik und auf dessen Spitze die Portugiesen im 16. Jahrhundert das Fort errichtet haben. "Schaut Euch alles an", sagt Santos, öffnet die Holztür, dreht sich um, springt in sein Auto und ist weg. Jede Minute zählt im Leben eines Locals. Man weiß nie, an welchem der Strände gerade die besten Bedingungen herrschen. An der Praia do Norte, Praia do Sul? Viele große Strände gibt es rund um Nazaré, und Surfer verbringen einen Teil ihres Lebens damit, jeden Tag neu nach den besten Wellen zu suchen, bevor sie sich dann ins Meer stürzen, um zu tun, was sie lieben.
Das Fort de S. Miguel beherbergt ein kleines Museum. Schautafeln erinnern an seine Geschichte. Fotos erzählen von der Zeit, als Nazaré noch ein kleines, verschlafenes Fischerdorf war, deren Bewohner Tourismus nicht kannten, wohl aber Armut, Hunger und Entbehrung. Die Tafeln erzählen vom 19. November 1807. Von der ersten Invasion, die der Ort erlebt hat. Der französische General Junot landete an jenem Tag mit seinen Truppen in Nazaré. Schon zwölf Tage später eroberte er ...

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