Rente

Die Höhe ist alles andere als sicher

Frank Schneider

Von Frank Schneider (Münstertal)

Do, 07. Mai 2020

Leserbriefe

Zu: "Die Rente trotzt der Krise", Beitrag von Wolfgang Mulke (Wirtschaft, 23. April)
Toll, wie Sie die gesetzliche Deutsche Rentenversicherung beurteilen. Sie ist, wenn man ihrem Artikel Glauben schenken darf, das allein glücklich machende Instrument der Altersvorsorge. Das ist natürlich blanker Unsinn. Die gesetzliche Rentenversicherung ist ein todkranker Patient, der künstlich am Leben gehalten wird. Die jetzigen Rentner werden mit Rentensteigerungen eingelullt und still gehalten.

Doch schon 2027, wenn die geburtenstarken Jahrgänge zu Rentnern werden, droht der Kollaps. Auf 100 Arbeitnehmer kommen dann 47 Rentner. Zum Vergleich: 2017 waren es rund 36 Rentner. Wenn Sie die beiden Experten Pimpertz und Wagner anführen, sollten Sie auch deren Thesen erwähnen: Beide fordern eine Erhöhung des Renteneintrittsalters auf 69 bis 72 Jahre. Ansonsten, so die Aussage der beiden Herren, wäre ein Anstieg der Rentenversicherungsbeiträge oder ein Absenken der Renten unumgänglich. Nicht abzusehen ist, wie sich Corona auf die Rente auswirkt. Natürlich nicht nur auf die Rente, sondern auf die Wirtschaft insgesamt. Wie sagte der ehemalige Bundesarbeitsminister Norbert Blüm: "Die Rente ist sicher!" Bis heute schon, nur die Höhe der Rente ist alles andere als sicher.

Die beschlossene Grundrente wackelt plötzlich wieder, darüber hinaus will Arbeitsminister Heil Selbstständige in die Rentenversicherung einzahlen lassen, möglich wäre als Alternative die private Basisrente. Warum wohl? Weil man weiß, dass man auf absehbare Zeit viel zu wenig Beitragszahler haben wird. Und dieses Ergebnis ist unumkehrbar.

Da hilft es auch nicht, wenn jetzt eventuell mehr Kinder geboren werden. Gerade jetzt, in der Corona-Krise, zeigt es sich eben, wie Meinungen, die nicht der breiten Masse folgen, verurteilt werden. Frank Schneider, Münstertal