Die Lörracher Waldorfschule platzt aus allen Nähten

Thomas Loisl Mink

Von Thomas Loisl Mink

Mo, 21. Oktober 2019 um 15:02 Uhr

Lörrach

380 Schülerinnen und Schüler besuchen die Schule in Stetten, die von der Grundschule bis zum Abitur reicht. Eine Erweiterung ist angedacht. Am Wochenende wurde dort Herbstfest gefeiert.

Mitmachaktionen, Bewegungsspiele, Kunsthandwerk: Beim Herbstfest der Freien Waldorfschule Lörrach war am Sonntag eine Menge geboten. Einige hundert Besucher machten auch deutlich, dass sich die Schule steigender Beliebtheit erfreut.

Die Waldorfschule besteht seit 28 Jahren und hat 380 Schülerinnen und Schüler. "Seit vier Jahren verzeichnen wir ein stetiges Wachstum", berichtete Geschäftsführerin Valérie Ralle. Die Schule ist indessen einzügig und soll das auch bleiben. Von der Grundschule bis zum Abitur nach 13 Jahren können die Schüler an der Waldorfschule bleiben. Sie bietet sämtliche Bildungsabschlüsse an: Haupt- und Realschulabschluss, Abitur und in Kooperation mit der Waldorfschule Schopfheim auch die Fachhochschulreife. Der Hauptschulabschluss wird jedoch nur selten nachgefragt.

Bewegung soll die Aufnahme- und Leistungsfähigkeit steigern

Die Waldorfschule funktioniert wie eine Gesamtschule, sehr begabte Schüler werden zusammen mit weniger starken unterrichtet. Der Unterricht läuft jedoch anders als an anderen Schulen ab. "Wir haben die drei Elemente Herz, Hand und Kopf", erklärte Ralle. Nach dem Mathematik-Unterricht folgt erst einmal etwas Handwerkliches, viel Bewegung soll die Aufnahme- und Leistungsfähigkeit steigern. Ab Klasse fünf gibt es Schreinern, ab der sechsten Klasse Gartenbau, in Klassenstufe neun findet ein drei- bis vierwöchiges Praktikum auf einem Demeter-Bauernhof statt, und nach dem Berufspraktikum in der zehnten Klasse folgt in der elften ein Sozialpraktikum in einer anthroposophischen Einrichtung, meist mit Menschen mit Behinderung, erklärte die Geschäftsführerin.

Der Abschluss am Ende ist jedoch der Gleiche wie an anderen Schulen. "Unser Absicht ist nicht, zu sagen, wir sind besser, sondern den Eltern eine Auswahl zu bieten", erklärte Valérie Ralle. Die Kooperation mit den anderen Lörracher Schule laufe sehr gut.

Eine eigene Sporthalle fehlt auch

Doch die Waldorfschule platzt aus allen Nähten. Nicht nur wegen der steigenden Schülerzahl, auch weil nach dem gemeinsamen Unterricht am Morgen mit allen rund 32 Schülern einer Klasse diese für den weiteren Unterricht in zwei oder gar drei Gruppen aufgeteilt wird. Die Schule hat keine Turnhalle und nutzt zum Sportunterricht eine Halle in Riehen, außerdem hat der Saal der Schule nicht die Kapazität, um die gestiegene Zahl der Schüler zu einer gemeinsamen Schulfeier aufzunehmen. Deshalb denkt man über eine bauliche Erweiterung nach. Man sei dabei, ein Konzept zu entwickeln, sagt die Geschäftsführerin.

Beim Herbstfest gestalteten die Eltern das Programm für Kinder und Besucher. Es gab jede Menge zu essen und zu entdecken, die Kinder konnten Kürbisse schnitzen, Taschen mit Kartoffeldruck verzieren, Kerzen herstellen oder sogar Eisen schmieden. Einige Eltern boten die Produkte ihres Gewerbes an, es gab aber auch ein Kinderkaufhaus, zu dem Eltern keinen Zutritt hatten.