Logistik und Materialwirtschaft

Die Logistikbranche bietet Jobs mit Zukunft

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mo, 19. April 2021 um 11:09 Uhr

Beruf & Karriere

Deutschlands drittgrößter Wirtschaftsbereich bietet mit 200 verschiedenen Ausbildungsberufen und 160 logistiknahen Studiengängen vielfältige Chancen für Berufseinsteiger und Wechselwillige.

Was würde passieren, wenn Logistik einen Tag lang nicht funktionieren würde? Zum Abendessen gäbe es keinen frischen Salat, auf ein wichtiges Medikament aus der Apotheke müssten wir ebenso warten wie auf die Lektüre des online bestellten Buches. Und auch für Unternehmen wäre ein Tag ohne Logistik problematisch: Bänder stünden still, fertig produzierte Waren könnten nicht zum Verbraucher oder in den Handel gelangen. Zum Glück ist das alles nur graue Theorie. Denn als systemrelevanter Wirtschaftsbereich leistet die Logistik tagein, tagaus rund um die Uhr und auf der ganzen Welt Beachtliches.

Laut Schätzung der "Logistikweisen" erwirtschafteten in Deutschland im Jahr 2020 rund drei Millionen Beschäftigte einen Umsatz von knapp 270 Milliarden Euro. Logistikerinnen und Logistiker planen, steuern und überwachen globale Lieferketten und Prozesse in Produktionsanlagen und Logistikzentren. Für das Management von Waren und Güter aller Art und jeder Größe – von der kälteempfindlichen Wandfarbe über das neue Sofa und die energieeffiziente Waschmaschine bis hin zum Ladegerät für das Smartphone oder die Turbine für das Kraftwerk – werden dabei oft modernste Technologien und Softwaresysteme eingesetzt.

Für jedes Talent die passende Aufgabe
"Logistik ist bunt und vielfältig und bietet unglaublich spannende Jobs", weiß Frauke Heistermann. Sie ist Sprecherin der Initiative "Die Wirtschaftsmacher". Seit 2019 engagieren sich rund 100 Unternehmen, Verlage und Verbände unter einem Dach für das Image der Logistik. Mit Kampagnen wie "Logistikhelden" oder "Logistik ist da, wo ich bin" wollen die Initiatoren Berufseinsteiger und Wechselwillige für eine Aufgabe in Deutschlands drittgrößtem Wirtschaftsbereich begeistern. "In der Logistik brauchen wir Menschen, die denken, planen und Verantwortung übernehmen. Ob Softwareentwickler, Qualitätsmanager, Berufskraftfahrer, Kommissionierer oder Projektmanager – hier findet sich für jedes Talent eine passende Aufgabe", verspricht Frauke Heistermann.
Die Initiative "Die Wirtschaftsmacher" hat sich zum Ziel gesetzt, das Image der Logistik in der Gesellschaft zu verbessern. An der Initiative beteiligen sich rund 100 Unternehmen, logistiknahe Verbände, Hochschulen, Vereine und Medien. Weitere Informationen im Netz: www.die-wirtschaftsmacher.de

Mit Leidenschaft bei der Sache
"Staplerfahren ist eine große Leidenschaft für mich", sagt Jana Giuliano, die ihren Beruf zum Hobby gemacht hat. Und wer sie bei der Arbeit als Gabelstaplerfahrerin bei der Seifert Logistics Group erlebt, glaubt ihr das sofort.

Kaum jemand bedient seinen Gabelstapler so schnell, sicher und präzise wie sie. Dieses Können hat ihr auch bereits Preise bei regionalen Staplercups eingebracht, auf die sie zu Recht stolz ist. Im Bereich Logistik sind zuverlässige Fachkräfte wie sie gefragt wie noch nie. Denn auch wenn die Automatisierung von logistischen Abläufen in den letzten Jahren zugenommen hat, spielen hier die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die Lagerwirtschaft und die Prozesse eine entscheidende Rolle. Und das wird sich auch in der Zukunft nicht groß ändern.

Eine dieser begehrten Fachkräfte ist Michael Furdzik. Wenn andere die Tagesschau einschalten, beginnt sein Arbeitstag. Der gelernte Industriekaufmann koordiniert im zentralen Umschlagbetrieb der Kooperation "Vernetzte Transport-Logistik (VTL)" in Fulda jede Nacht rund 145 Lkw, deren Ziele in mehr als 35 europäischen Ländern liegen. "Dafür braucht man ein gutes Zeitmanagement, eine schnelle Auffassungsgabe, und man muss auch in stressigen Situationen Ruhe bewahren können", schildert der 38-Jährige die wichtigsten Anforderungen an seinen Job als operativer Nachtschichtleiter.

Auch in Produktionsbetrieben spielt die Logistik eine zentrale Rolle. Abläufe werden immer digitaler und effizienter. Dadurch wachsen zugleich auch die Anforderungen an die logistischen Prozesse, die damit eng verbunden sind. Marc Ohlheiser arbeitet bei "Müller – Die Lila Logistik" täglich in diesem Spannungsfeld. Er berät Unternehmen zu ihren Materialflüssen und ihrem Lieferkettenmanagement, damit Produktion und Logistik sich enger verzahnen können. "Ich hatte schon immer großen Spaß daran zu sehen, wie theoretische Konzepte in der Praxis zum Leben erwachen", erklärt der 29-Jährige.

Fachkräfte dringend gesucht
"Der Bedarf an engagierten Fachkräften in der Logistik ist nach wie vor hoch und dürfte auch in Zukunft weiter steigen", ist Wirtschaftsmacher-Sprecherin Frauke Heistermann überzeugt. Umso wichtiger sei es, dass Unternehmen in Aus- und Weiterbildung investierten und vor allem jungen Menschen einen guten Berufseinstieg böten. Wer sich für einen Job in der Logistik interessiert, findet auf der Homepage der Initiative "Die Wirtschaftsmacher" spannende Berufsprofile der Logistikhelden.