Die Norweger machen’s

dpa, bz

Von dpa & BZ-Redaktion

Mo, 11. Januar 2021

Biathlon

Dominanz bei Biathlon-Weltcup in Oberhof / Hettich und Lesser Vierte in Single-Mixed-Staffel.

(dpa/BZ). Die Norweger sind im Biathlon das Maß der Dinge – in dieser Saison aber noch mehr als zuvor. Für die Deutschen verlief der erste der beiden Heimweltcups in Oberhof dagegen nicht wie erhofft. Es gab keinen Podestplatz.

Arnd Peiffer entschuldigte sich nach seinem dicken Patzer und dem enttäuschenden fünften Platz in der Mixed-Staffel bei seinen Teamkollegen. "Das tut mir sehr leid", sagte der Olympiasieger (33) am Sonntag in Richtung Vanessa Hinz, Denise Herrmann und den Schwarzwälder Benedikt Doll, nachdem er durch eine Strafrunde beim letzten Schießen das mögliche Podium für das Quartett vergab. Janina Hettich vom SC Schönwald und Erik Lesser kamen zwar in der Single-Mixed-Staffel als Vierte ins Ziel, aber damit beendeten die deutschen Biathleten erstmals seit 2015 den Heim-Weltcup in Oberhof ohne Podestplatz. "Wir verkaufen uns derzeit unter Wert, und das ist nicht unser Anspruch", sagte Herrmann.

Die deutschen Frauen schnitten in den Einzelrennen so schwach wie noch nie am Grenzadler ab. Als Verfolgungs-Zehnter holte nur Peiffer einen Top-Ten-Platz fürs deutsche Team. "Wir müssen an unserer Konstanz feilen. Ansonsten müssen wir uns keine Sorgen machen", behauptete Bundestrainer Mark Kirchner.

Derweil dominieren die Norweger: Tiril Eckhoff feierte einen Doppelsieg und die Männer trumpften sowohl im Sprint (Johannes Thingnes Bö, sein älterer Bruder Tarjei Bö, Sturla Holm Laegreid) als auch in der Verfolgung (Laegreid, Johannes Dale, Tarjei Bö) mit einem Dreifacherfolg auf. Es war bereits der vierte norwegische der Saison – historisch. Nur in der Mixed-Staffel mussten sie den Russen den Vortritt lassen, im Single-Mixed reichte es für Eckhoff/Bö beim Sieg von Julia Simon/Emilien Jacquelin (Frankreich) "nur" zu Rang drei. Von Mittwoch an haben Peiffer & Co. beim zweiten Teil in Thüringen Oberhof die Chance auf Wiedergutmachung.

Trotz der Installation des neuen Schießtrainers Engelbert Sklorz läuft es am Schießstand noch nicht wie erhofft. Herrmann schoss in ihren elf Einsätzen 32 Fehler und kam damit bisher in keinem Einzelrennen fehlerfrei durch. In der Verfolgung im Thüringer Wald waren es gleich sieben. Zwar verbesserte sich ihre Trefferquote, Stand jetzt, im Vergleich zur Vorsaison um vier auf 81 Prozent – das ist solide, aber kein Topwert. Im Gesamtweltcup ist sie derzeit Elfte.

Zudem hat die frühere Langläuferin in der Loipe keinen Vorteil mehr und noch keine Laufbestzeit markiert. So sprang nach Rang zwei im Einzel beim Saisonauftakt in Kontiolahti Ende November kein Podium mehr heraus, sondern nur drei Top-Ten-Ergebnisse. "Läuferisch bin ich noch nicht in Topform, da muss ich bis zur WM noch was drauflegen."

Der Saisoneinstand von Simon Schempp (Uhingen) fiel mit den Plätzen 45 (Verfolgung) und 58 (Sprint) enttäuschend aus. Benedikt Doll (SZ Breitnau) wurde in der Verfolgung nach drei Schießfehlern 18. und im Sprint nach einem Fehlschuss 15. Bei den Frauen wurde Janina Hettich 28. in der Verfolgung und 44. im Sprint – mit einem beziehungsweise zwei Schießfehlern.