Handball

Die Quotientenregel macht’s möglich: TuS Ottenheim steigt auf

Uwe Schwerer

Von Uwe Schwerer

Mi, 22. April 2020 um 23:00 Uhr

Handball Allgemein

Im südbadischen Handball tritt die Quotientenregelung in Kraft. Potentielle Relegationsteilnehmer erhalten das Aufstiegsrecht.

LAHR. Am Mittwoch hat der südbadische Handballverband über die Wertung der abgebrochenen Saison entschieden. Es wird – wenig überraschend – nach dem Vorbild der Bundesligen die Quotientenregelung angewandt. Das heißt: Die Punkte werden mit der Anzahl der Spiele verrechnet. Dramatische Verschiebungen sind nicht entstanden. Absteiger, das war lange zuvor festgestellt worden, gibt es in dieser Saison ohnehin nicht. Der TuS Ottenheim darf als Tabellenzweiter der Männer-Landesliga Nord und potenzieller Relegationsteilnehmer das Aufstiegsrecht wahrnehmen.

Die Tabellenersten bleiben in allen Fällen an der Tabellenspitze. Das gilt in der Südbadenliga der Männer für den TuS Steißlingen ebenso wie in jener der Frauen für den TuS Schutterwald. Beide Teams dürfen in der kommenden Runde die Bälle in der Oberliga Baden-Württemberg werfen. Für die Schutterwälderinnen ist dies der zweite Aufstieg in Folge. Hier folgen die Beschlüsse und die Abschlusstabellen den lange schon beschriebenen Erwartungen. Beide dürfen sich aber nicht Meister nennen, sondern werden als Aufsteiger bezeichnet. "Mit dieser Entscheidung wollen wir den Begriff des Meisters denjenigen Mannschaften vorbehalten, die sich in einer vollständig ausgespielten Spielrunde sportlich durchgesetzt haben", teilt der SHV in der Erklärung mit, die dessen Präsident Alexander Klinkner unterschrieben hat. In der Südbadenliga der Männer haben der TuS Altenheim und der HGW Hofweier die Plätze getauscht. Die Hofweierer, die zwei Spiele weniger als die Kollegen aus Neuried auf dem Konto haben, rücken nun auf den zweiten Rang vor, der aber keinen Anspruch auf eine Höherstufung begründet. Sonst bleiben die Platzierungen in dieser Klasse unverändert.

"Wir werden allen Mannschaften, die einen Relegationsplatz entsprechend der Durchführungsbestimmungen des SHV erreicht haben, das Aufstiegsrecht anbieten. Relegationsspiele finden nicht statt. Wir wollen die Mannschaften nicht dafür zurücksetzen, dass aktuell keine Relegation gespielt werden kann", erklärt der Verband zudem. In der Landesliga Nord der Männer trifft dieses Angebot den TuS Ottenheim, der den Rang hinter dem Liga-Primus TVS Baden-Baden II besetzt. Die Schwanauer dürfen nun den Sprung in die Südbadenliga wagen.

Deren Trainer Ulf Seefeldt sagte: "Wir wurden am Wochenende vom Verband gefragt, ob wir dieses Aufstiegsrecht in Anspruch nehme würden, falls die Entscheidung entsprechend fällt. Der Verein, die Handball-Abteilung und die Mannschaft – alle haben gesagt: Wir wollen hoch. Am Mittwochnachmittag kam dann die positive Nachricht. Wir freuen uns sehr. Es wird auch eine sportliche Herausforderung für uns in einer Liga, die hoch attraktiv ist und uns viele Derbys bringt."

Zwei Teams in der Landesliga Nord der Frauen haben nun ebenfalls einen Grund zum Feiern. In erste Linie der Tabellenerste TV Friesenheim, aber auch die SG Ohlsbach/Elgersweier. Beide Ensembles dürfen in der kommenden Spielzeit den Nachweis führen, dass sie in die Südbadenliga gehören.

Die gleiche Konstellation trifft auch auf die Bezirksliga Offenburg/Schwarzwald der Männer zu, wo die beiden besten Teams, TuS Altenheim II und SV Zunsweier, den Gang nach oben antreten dürfen. "Damit herrscht für alle Vereine Planungssicherheit im sportlichen Bereich für die Spielrunde 2020/2021", lässt der südbadische Verband verlauten.

Der TV Willstätt darf im Übrigen für eine weitere Saison in der 3. Bundesliga planen. Der DHB hatte dieser Tage die Entscheidung getroffen, die Saison abzusagen. Absteiger wird es keine geben.