Die Stimmung ist sehr gut

dpa/BZ

Von dpa & BZ-Redaktion

Mo, 13. September 2021

Klassik

Schweizer Andreas Reize hat Thomanerchor übernommen.

Der Leipziger Thomanerchor wird von einem Schweizer geleitet. Der Dirigent Andreas Reize wurde am Samstag feierlich in das Amt des Thomaskantors eingeführt. Der 46-Jährige übernahm das Amt von Gotthold Schwarz, dessen Vertrag in diesem Jahr planmäßig geendet hatte.

Reize ist der 18. Nachfolger von Johann Sebastian Bach. In der mehr als 800-jährigen Geschichte des weltberühmten Knabenchores wird er als dessen 46. Leiter geführt. Die Amtseinführung am Samstag war zweigeteilt. Zunächst gab es einen Festakt im Neuen Rathaus, danach stand eine traditionelle Antrittsmotette mit dem Chor in der Thomaskirche an. Der neue Chorleiter setzt auf Tradition und Moderne. Die Pflege der alten Musik – natürlich Bach, aber auch Mendelssohn oder Reger – habe eine hohen Stellenwert, sagte er. Aber er wolle in Zukunft auch aktuelle Chormusik aufführen.

Reize war von einer Kommission vorgeschlagen und vom Stadtrat gewählt worden. Doch hatte es Kritik an seiner Person gegeben. In einem offenen Brief hatten sich Mitglieder des Chores gegen ihn ausgesprochen. Reize sagte, er habe vor dem Amtsantritt viele Gespräche geführt. Manches sei schmerzhaft gewesen, doch inzwischen fühle er sich getragen und die Stimmung sei unglaublich gut.

Einen weiteren Wechsel an der Thomaskirche gibt es zu Jahresbeginn 2022: Der in Südbaden aufgewachsene und in Freiburg ausgebildete Johannes Lang wird dann das Amt des Leipziger Thomasorganisten antreten.