Zischup-Interview

"Die Straße war unser Kinderzimmer"

Marvin Koblitz, Klasse 8e, Hugo-Höfler-Realschule

Von Marvin Koblitz, Klasse 8e, Hugo-Höfler-Realschule (Breisach)

Mi, 16. Juni 2021 um 16:58 Uhr

Schülertexte

Brigitte Glatz erzählt im Zischup-Interview, wie das Leben früher war. Die Fragen stellte Marvin Koblitz, Schüler der Hugo-Höfler-Realschule in Breisach. Brigitte Glatz ist seine Großmutter.

Zischup: Wie war dein Schulweg?
Glatz: Er war mindestens zwei Kilometer lang und wir wurden auch nicht hingefahren, sondern mussten laufen.
Zischup: Was hast du nach der Schule gemacht?
Glatz: Nach der Schule habe ich erstmal gegessen. Danach habe ich Schulaufgaben gemacht und danach hab ich mit meinen Freunden auf der Straße gespielt. Die Straße war unser Kinderzimmer, weil unser Kinderzimmer zuhause zu klein war.
Zischup: Was hast du in deiner Freizeit getan?
Glatz: Wir sind mit dem Roller hin und her gefahren, haben mit Murmeln gespielt, und wir haben auch mal in der Dreisam gebadet. Ich habe dann auch mit Freunden Seilspringen gespielt. Als ich älter war, sind wir mit dem Fahrrad nach Betzenhausen-Lehen gefahren und wieder zurück. Und im Sommer durften wir auch ins Schwimmbad, wenn meine Mutter Geld übrig hatte.

Zischup: Was mochtest du an deiner Schule und was nicht und wie siehst du die Veränderung heute?
Glatz: Wenn wir nichts verstanden haben, hat uns niemand geholfen. Wir waren viele Kinder in der Klasse und der Lehrer hat nicht auf alle geachtet. Wir hatten einen Lehrer in Naturkunde und in Geschichte, der ist mit unserer Klasse immer rausgegangen und hat mit uns immer Filme in Geschichte geschaut. Heute nehmen sich Lehrer Zeit für jeden Schüler und helfen auch den Schülern. Früher waren wir 40 Mädchen in einer Klasse, weil die Klassen nicht gemischt waren.
Zischup: Was vermisst du heute in der Schule, was man früher gemacht hat?
Glatz: Früher ist man in Naturkunde rausgegangen und war in den Wäldern, was heute kaum noch passiert.
Zischup: Was ist heute besser für die Schüler?
Glatz: Ich finde es gut, dass nicht mehr so viele Schüler wie früher in einer Klasse sind.

Brigitte Glatz (70) ist in Freiburgs Stadtteil Stühlinger aufgewachsen und ging erst in die Hans-Jakob-Schule und später in die Adelhauserschule.