Aerosole

Die vom Sozialministerium verschickten Masken schützen vor der Übertragung des Coronavirus

Theresa Steudel

Von Theresa Steudel

Fr, 18. Dezember 2020 um 17:35 Uhr

Gesundheit & Ernährung

Das Sozialministerium Baden-Württembergs verschickt nicht nur FFP2-Masken. Doch auch andere Gesichtsmasken bieten ausreichend Schutz und reduzieren die Virusbelastung – wenn sie geprüft sind.

Aktualisiert am 18. Dezember um 21.53 Uhr

Seit Anfang Dezember verteilt Baden-Württemberg mehrere zehn Millionen FFP2- und ab Januar OP-Masken an Lehrkräfte, Pflegeeinrichtungen und Obdachlose aus dem Lagerbestand des Sozialministeriums. Weil an ihrer Schule aber nicht FFP2-, sondern Masken des chinesischen Standards KN 95 ankamen, wandte sich eine Lehrkraft an die BZ mit der Frage, ob diese den gleichen Schutz bieten.

Tatsächlich verschickt das Sozialministerium nicht nur FFP2-, sondern auch sogenannte Corona-Pandemie-Atemschutz (CPA)-Masken, die dem europäischen FFP2-Sicherheitsstandard entsprechen. Auch wenn formale EU-Vorgaben wie CE-Kennzeichen und vierstellige Prüfnummer fehlen, haben diese eine Schutzwirkung von mindestens 95 Prozent. Da in Europa zu Beginn der Pandemie Schutzausrüstung knapp war, wurden CPA-Masken aus den USA, Kanada, Australien, Japan sowie der chinesische Standard KN 95 zugelassen. Die Hersteller mussten eine Sondergenehmigung und damit einhergehende Prüfung beantragen.



Weil inzwischen genügend Masken vorhanden sind, ist diese Regelung seit dem 1. Oktober abgelaufen. Hersteller die ein Zertifikat aus der Zeit vor dem 1. Oktober haben, dürfen ihren Restbestand in der EU aber verkaufen. Darunter fallen auch die vom Sozialministerium verteilten Masken.

Auf BZ-Nachfrage legte das Ministerium die Sondergenehmigung und das Zertifikat der Prüfgesellschaft Dekra für einen Hersteller vor und versichert, dass auch alle anderen Masken geprüft seien. Das Kultusministerium, für den Versand an Schulen zuständig, bittet um Verständnis, dass es bei einer so riesigen Aktion nicht möglich sei, jeder Maske ein Zertifikat beizulegen. Trotzdem ist bei FFP2-Masken Vorsicht angebracht. Denn im Handel sind auch mangelhafte Masken ohne Sondergenehmigung im Umlauf. Verbraucher können sich in der Datenbank "Gefährliche Produkte in Deutschland" über Rückrufe und Warnungen informieren.