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Handwerk in der Region

Die Zukunft trägt Kluft

  • selb

  • Do, 21. März 2024, 11:34 Uhr
    APA

     

Anzeige Ausbildung: Zimmerer sind heute vielseitig qualifizierte und gefragte Experten. Ohne sie kommt kaum ein Bauprojekt aus: Zimmerer. Wo sie messen, fräsen und nageln entstehen passgenaue Bauelemente.

Hoch hinaus geht es für Zimmerer schon während ihrer Lehrzeit.  | Foto: Kara (stock.adobe.com)
Hoch hinaus geht es für Zimmerer schon während ihrer Lehrzeit. Foto: Kara (stock.adobe.com)
Der nachhaltige Rohstoff Holz ist seit Jahren im Trend, unter anderem Fertighäuser in Holzbauweise werden verstärkt nachgefragt. Und auch in Sachen energetischer Sanierung ist man oft auf ihre Expertise angewiesen. Der Beruf hat also Zukunft und die Zimmererausbildung kann ein Sprungbrett in weitere Karrieren in der Baubranche sein.

Vielseitiges Handwerk
Im Unterschied zum Schreiner sind Zimmerer im Baugewerbe angesiedelt. Timo Schlageter, Zimmerer bei der Zimmerei Grünspecht in Freiburg, erklärt es so: "Wir errichten den Dachstuhl für das Haus, welches der Schreiner später mit Möbeln ausstattet." Zimmerer bauen aber nicht nur Dachgeschosse aus, legen Fußböden und montieren Holzkonstruktionen. Zu ihren Aufgaben gehört auch das Berechnen des Materialbedarfs, das Anbringen von Dämmstoffen oder die Montage von Treppen.

So arbeiten sie heute als Allrounder, die Komplettlösungen rum um den Bau anbieten – egal ob für das neugebaute Einfamilienhaus oder für Aufstockungen bei Sanierungen. Viele Zimmerer spezialisieren sich im Laufe ihrer Karriere weiter, beispielsweise als Restauratoren, die historische Holzkonstruktionen nach Denkmalschutzvorgaben erhalten.

Ein Beruf im Wandel
Als Zimmerer verbindet man traditionelles Holzhandwerk mit fortschrittlichem Hightech-Wissen. Nicht nur gehört neben dem sicheren Umgang mit Hammer und Beitel auch das Handhaben von CNC-Sägen selbstverständlich zum Arbeitsalltag. Auch sonst verbringen Zimmerer inzwischen mehr Zeit am Computer als mit Bleistift und Papier: Denn die Holzprofis planen ihre Projekte heute nicht mehr mit maßstabsgetreuen Schablonen, sondern mit 3D-Software.

Der Beruf hat sich durch den maschinengestützten technischen Fortschritt stark gewandelt. Das weiß auch Schlageter: "Das romantische Klischee des Zimmerers in Kluft, wie er, am besten noch im Sonnenuntergang, auf dem First Nägel schlägt, ist heute natürlich Quatsch." Vielmehr würden Dachstühle heute oftmals als gesamtes Bauteil in der Werkhalle gebaut und dann auf der Baustelle mithilfe eines Krans angehoben.

Eine Ausbildung mit Perspektive
In der dreijährigen dualen Ausbildung bekommen angehende Zimmerer alles Rüstzeug in die Hand, um vielseitig einsetzbar zu sein. Im ersten Jahr entfällt noch viel Zeit auf die Berufsschule und Grundlagenvermittlung. Kennt man dann die Baustoffe und kann mit Bleistift und Baumaschine gut umgehen, wird man in allen Bereichen eingesetzt. Ein grundlegendes technisches und mathematisches Verständnis ist für die Ausbildung unerlässlich. Auch Grünspecht-Azubi Emilien Eveno (19) weiß, worauf es ankommt: "Räumliches Vorstellungsvermögen ist wichtig – und natürlich anpacken zu können."

Über den Horizont hinaus
Zimmerer werden – das wollten 2022 laut Angaben des Baden-Württembergischen Handwerkstags deutlich weniger junge Menschen als im Vorjahr. Dabei wird die Ausbildung im Vergleich zu anderen Gewerken gut vergütet. Und nach der Ausbildung stehen viele Türen offen. Sie könne ein Sprungbrett in verschiedene Fachrichtungen sein, wie Schlageter betont. So könne man sich beispielsweise zum Gebäudeenergieberater fortbilden lassen. Aber auch ein Studium der Architektur oder ein Ingenieursstudiengang wären Optionen. Für Azubi Eveno ist klar: Er will irgendwann den Meisterbrief in Händen halten. Das würde ihm auch den Weg in die eigene Betriebsgründung öffnen.
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Ressort: APA

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