Fussball-Nationalmannschaft

Dieser Schlafwagenfußball vergrault die Zuschauer

Manfred Schmidt

Von Manfred Schmidt (Wehr)

Mo, 19. April 2021

Leserbriefe

Zu: "Hausgemachte Defizite", Beitrag von Frank Hellmann (Sport, 3. April)

Fußball ist kein Schachspiel. Mit dieser Kreuz-, Quer-, Rückwärtsspielart braucht die Nationalmannschaft bei der Europa-Meisterschaft gleich gar nicht anzutreten.

Als ehemaliger Amateur-Auswahlspieler erlaube ich mir, schonungslose Kritik an der Spielart von Löws Strategie zu äußern. Gelernt hat der Nationaltrainer aus der Pleite der Weltmeisterschaft in Russland, der blamablen 0:6-Niederlage gegen Spanien, nichts. Die katastrophale erneute Niederlage in einem Heimspiel gegen Nordmazedonien hat wieder aufgezeigt, dass man mit seiner beharrlichen Spielweise keine Spiele gewinnen kann. Leid tun mir die Nationalspieler, die sich in dieses System pressen lassen. Wem nützt eine 80-Prozent-Ballüberlegenheit, wenn man sich 30 bis 40 Mal den Ball hin- und herschiebt ähnlich eines jungen Balljungen, der gegen eine Hauswand kickt, um den Ball nach Rückprall wieder einzufangen? Es klingt lächerlich, wenn man nach einer solchen Niederlage vor das Mikrofon tritt, um sich mit solchen Phrasen rechtfertigt.

Wo liegen die Erfolge von Bayern München, Red Bull Leipzig? Hier wird Fußball gespielt, was der Natur dieses Spiels entspricht: Drang nach vorne zum gegnerischen Tor, rennen, kämpfen. Schlafwagenfußball vergrault Zuschauer und Freunde dieses erfrischend spannenden Spiels, wie ich es früher mit Leidenschaft betrieben habe. Manfred Schmidt, Wehr