Digitale Begegnungen über die Grenzen hinweg

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Fr, 02. Juli 2021

Lörrach

Schüler der Partnerstädte Lörrach und Sens tauschten sich während der Pandemie online aus / Brieffreundschaft angebahnt.

(BZ). In Frankreich wie in Deutschland erlebten Schülerinnen und Schüler viele Monate lang Distanz- und Wechselunterricht, es gab keine konkrete Aussicht auf normalen Unterricht, wie man ihn kannte. Der bereits fest geplante und gebuchte Besuch der fünf- und dreistündigen Kurse in Französisch der 11. Klasse der Freien Evangelischen Schule (FES) im März 2020 in Sens mit Abstecher nach Paris mit der Lehrerin Birgit Müh und dem Lehrer Jürgen Kunzweiler musste nach Macrons Ankündigung der Schulschließung in Frankreich sehr kurzfristig abgesagt werden.

Nach dem Schuljahresstart 2020/2021 dauerte es ebenfalls nicht lang, bis der französische Staat wegen zunehmender Ansteckungen die ersten Maßnahmen umsetzte und die Gymnasiasten aus der Privatschule Saint Etienne in Sens nur jeden zweiten Tag zur Schule gehen konnten.

Während der Weihnachtszeit 2020 keimte Hoffnung. Lehrer und Lehrerinnen an beiden Schulen entwickelten Ideen für Video-Austausche zum Thema "Deutsch-französische Freundschaft". Sie fanden an drei Tagen im Advent statt. Das Angebot war auf die kulturellen Unterschiede abgestimmt: Idiomatische Redewendungen wurden anhand von Karambolage-Videos (ARTE) geübt, Ratespiele wurden organisiert, um sich besser kennenzulernen, gefolgt von einer Gruppenarbeit, um den Partner vorzustellen, und einem Kahoot-Quiz zu Europa.

Die digitalen Begegnungen zwischen Schülerinnen und Schülern beider Länder ermöglichten aber auch das gemeinsame Erarbeiten von französischen und deutschen Texten zum Thema "Entwicklung der deutsch-französischen Freundschaft seit dem Treffen im Jahr 1963 von Charles de Gaulle und Konrad Adenauer". Etliche Klassen von der 10. bis zur 12. an der FES und alle Klassen von der Seconde bis zur Terminale von St. Etienne in Sens hätten mit viel Freude und guter Laune teilgenommen, heißt es in einer Mitteilung der FES.

Die gelungene virtuelle Zusammenarbeit hat inzwischen ein weiteres Projekt hervorgebracht. Aufgrund der Sieben-Tages-Inzidenz von über 200 waren die Schüler und Schülerinnen aus Lörrach seit dem 18. Dezember 2020 definitiv zu Hause und das für unabsehbare Zeit. Immer öfter organisierten die Lehrer und Lehrerinnen Videokonferenzen für einen gemeinsamen Unterricht und trafen sich alle zwei Wochen mit den Schülern und Schülerinnen der Partnerstädte online. Anlässlich des Tags der deutsch-französischen Freundschaft am 22. Januar bereiteten Schüler und Schülerinnen aus Sens und Lörrach gemeinsam eine digitale Pinnwand zu diesem Thema vor, die dann an den Schulen kommuniziert wurde.

Schüler und Lehrer hätten es als sehr abwechslungsreich empfunden, sich auf diese Weise zu treffen, resümiert die FES. Mit den 10. Klassen gab es zusätzlich Treffen zu einer Brieffreundschaft. Die Schulen sind optimistisch, dass sich diese Schüler im Dezember 2021 in Lörrach und im April 2022 in Sens begegnen können.