"Doppel sind möglich, und duschen dürfen wir auch"

Uwe Rogowski

Von Uwe Rogowski

Fr, 19. Juni 2020

Tennis

Abgespeckt, aber immerhin: Die Tennis-Medenrunde beginnt.

. Daran muss man sich erst wieder gewöhnen. Punkte, Ergebnisse, Tabellen. Abseits des Geschäftsmodells Fußball-Bundesliga gab es in der historisch einmaligen Pause außer etwas Tischtennis im Garten zuletzt ja kaum sportliche Regungen. Zwischendurch stand sogar zu befürchten, erst wieder nach Weihnachten loslegen zu können. Nun aber heißt es an diesem Wochenende: Tennis. Nicht einfach so, privat gegen privat, sondern mit offiziellem Anstrich: Der Badische Tennisverband beginnt seine Sommer-Medenrunde.

Viele Vereine haben abgewunken, es waren die meisten, um genau zu sein. Oberhalb des Bezirks sind lediglich noch zwei Mannschaften vom Hochrhein übrig geblieben: Der TC 1923 Grenzach spielt die Saison mit den Frauen in der Oberliga und nimmt mit den Männern auch die Badenliga 55 in Angriff. "Alle im Team haben zugestimmt, alle wollen spielen", sagt Mannschaftsführer Hanspeter Gutmann. Das entscheidende Kriterium für den Nicht-Rückzug sei, dass es, anders als in sämtlichen Ligen darunter, in der Badenliga einen veritablen sportlichen Anreiz gibt. "Wir können ja tatsächlich aufsteigen", sagt Gutmann, was deshalb nicht gleich ein erklärtes Ziel ist, doch wer weiß, wie die Saison unter den gegebenen Umständen laufen wird. Mit doppeltem Boden (kein Abstieg) und nach oben offen, sei das selbst bei einer ausgedünnten Liga von nur vier Teams gerade in dieser seltsamen Zeit eine schöne Herausforderung.

"Wenn wir nur Einzel hätten spielen können, wäre es für uns fraglich gewesen. Doch nun sind auch Doppel möglich, und duschen dürfen wir auch", sagt Gutmann, der freilich nicht mehr selbst eingreift. Gutmann hat viele Jahrzehnte Tennis gespielt hat. Bei den Basler Swiss Indoors 1970 und 1971 stand er im Hauptfeld.

Mit Roland Stabbauer, der vergangene Saison für die Grenzacher in der Badenliga 40 spielte, habe man eine "richtige Verstärkung" an Position eins, und da die weiteren Grenzacher Teams in den Altersklassen nicht antreten, gebe es reichlich Optionen in der Hinterhand. Erster Gegner: der TTC Waldhaus Altlußheim (Samstag, 14 Uhr). Bis zum 4. Juli folgen zwei weitere Heimspiele für die Grenzacher. Ein Derby wurde gestrichen, denn die TG Lonza Weil hatte ihr Team zum 31. Mai zurückgezogen.

Während die Grenzacher Oberligafrauen aus privaten Gründen erst in einer Woche in die Mini-Saison (zwei Auswärtsspiele) starten, beginnt die Drei-Spiele-Runde des TC Rheinfelden in der Bezirksliga am Samstag. Erster Gegner für die blutjunge Equipe des TCR: der letztjährige Meister TC Ettenheim, der die Rheinfelderinnen am Sonntag (9.30 Uhr) empfängt. Beide Clubs hatten auf den Oberliga-Aufstieg verzichtet. In der zweiten Bezirksliga treten die Rheinfelder mit den Männern an, die TSG TC Schönau/TC Todtnau startet gegen Schallstadt bei den Frauen (beide Sonntag, 9.30 Uhr). Hier haben drei Mannschaften zurückgezogen, auf den letzten Drücker auch der TC Eimeldingen. So bleibt Aufsteiger Schönau/Todtnau nur eine Saison mit zwei Spielen. Abgespeckt, aber immerhin.