Dreiländer Derbysieg ohne Glanz

Werner Hornig

Von Werner Hornig

Mo, 09. März 2020

Landesliga Süd

Landesliga-Handballer steigern sich gegen SG Maulburg/Steinen nach der Pause und siegen 28:20.

LÖRRACH. Das Hinspiel zwischen den Landesligisten HSG Dreiland und SG Maulburg/Steinen war beste Werbung für ein Handballderby. 30:30 endete das Duell, emotional und spannend, inklusive der sagenhaften Aufholjagd der Dreiland-Equipe, die in den letzten neun Minuten noch einen Sieben-Tore-Rückstand aufholte. Auch deshalb kamen nahezu 300 Handballfans in großer Erwartung in die Lörracher Wintersbuckhalle und hofften auf ein ähnliches Spektakel. Am Ende war es aber eine einseitige Angelegenheit: Die HSG besiegte das Schlusslicht mit 28:20 (12:10).

Für ein Derby ging es fast schon freundschaftlich zu. Hatte es im Hinspiel noch 13 Zeitstrafen und eine Rote Karte gehagelt, blieb das Strafenkontingent mit lediglich sechs Hinausstellungen diesmal überschaubar. So fehlte es an der besonderen Würze eines Derbys, was die beiden Teams auch spielerisch nicht wettmachen konnten. Weder die Weil-Lörracher noch die Maulburg-Steinener boten im Derby Glanzpunkte.

"Wir haben fahrig begonnen, konnten uns trotz vieler Eins-gegen-Eins-Duelle nicht durchsetzen", sagte Igor Bojic über die harzige Anfangsphase. Seine HSG-Spieler "wollten eine frühe Entscheidung herbeiführen", und diese Hektik war dem Dreiland-Spiel nicht zuträglich. Bezeichnend, dass beide Teams bis zur zwölften Minute lediglich einmal trafen. "Erst etwas später ist es schrittweise besser geworden", so Bojic.

Die ausgeglichene erste Hälfte verlief fast durchweg nach dem gleichen Schema: Maulburg/Steinen legte vor, Dreiland glich zügig aus. Als sich die Pause näherte, schien ein Remis die logische Konsequenz. Doch in den letzten zehn Sekunden traf Dreiland – trotz Unterzahl – zweimal und führte zur Pause (12:10).

Zu diesem Zeitpunkt mussten die Gäste bereits auf Youngster Mika Bülow verzichten, der sich bei einer Abwehraktion am Becken verletzte und mit dem Krankenwagen abtransportiert werden musste. "Für uns war das sicherlich nicht förderlich", sagte SG-Coach Frank Andris, "in der zweiten Halbzeit spielten wir zu kopflos, hatten wenig Bewegung in unseren Aktionen."

Im zweiten Durchgang hielt Dreiland die Gäste auf Distanz, baute seinen Vorsprung sukzessive aus – ohne sich groß in Szene setzen zu müssen. Bojic attestierte seinem Team eine Leistungssteigerung nach der Pause, und "die Abwehr stand sowieso gut", so Bojic, der ein Extra-Lob "an meine drei Torhüter" verteilte.

Durch den Derbysieg festigte Dreiland (6.) seinen Platz in der oberen Tabellenhälfte. Hingegen liegt die Hoffnung der SG im Abstiegskampf nun ganz auf den drei Heimspielen gegen die direkte Konkurrenz.

Tore HSG: Ludwig 7/3, Müller 6, Schamberger 3, Pit Weber 3, Bödeker 2, Knössel 2, Palasz 2, Niklas Weber 2, Hopp 1. SG: Knoblich 7/3, Leuchtmann 5, Bülow 3, Tiedtke 2, Waidele 2, Posovszky 1. Spielfilm: 1:2 (12.), 3:5 (17.), 6:6 (22.), 8:9 (26.), 12:10 – 14:13 (37.), 18:14 (40.), 21:16 (46.), 24:17 (52.), 28:20.