Rheintalbahn
Drittes und viertes Gleis der Rheintalbahn zwischen Müllheim und Auggen geht pünktlich in Betrieb
Mit dem Fahrplanwechsel hat die Deutsche Bahn die Neubaustrecke zwischen Müllheim und Auggen in Betrieb genommen. Auf dem dritten und vierten Gleis der Rheintalbahn können Züge nun bis zu 250 km/h fahren.
Di, 16. Dez 2025, 6:30 Uhr
Müllheim
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Es sind zwar nur sechs Kilometer, doch die liegen auf einer der wichtigsten Verkehrsachsen Mitteleuropas und sind Teil eines riesigen Infrastrukturprojektes: dem Ausbau der Rheintalbahn. "Die zwei zusätzlichen Gleise entlasten die hoch belastete Rheintalbahn, erhöhen die Stabilität im Betrieb und schaffen die Voraussetzung für schnellere Fernverkehrsverbindungen", schreibt die Deutsche Bahn in einer Pressemitteilung. Die Gleisbauarbeiten im Abschnitt zwischen Müllheim und Auggen, dem Planfeststellungsabschnitt 9.0, waren schon im Sommer soweit abgeschlossen worden – in den vergangenen Monaten wurde die neue Strecke überprüft, indem sie von Testzügen mit sich jeweils steigernder Geschwindigkeit befahren wurde. Nun konnte sie zum Fahrplanwechsel am 15. Dezember offiziell in Betrieb genommen werden – und das pünktlich: Bei den Gleisbauarbeiten in diesem Abschnitt konnte die Bahn ihren Bauzeitenplan einhalten.
Nächstes Jahr soll der Tunnel Rastatt fertig werden
"Mit der heutigen Inbetriebnahme macht das Großprojekt Karlsruhe-Basel große Schritte nach vorn. Mit den jetzt zusätzlichen sechs Gleiskilometern sind nun rund 67 Kilometer der Rheintalbahn zwischen Karlsruhe und Basel viergleisig ausgebaut und mit 250 km/h befahrbar", wird Gesamtprojektleiter Philipp Langefeld in der DB-Mitteilung zitiert. Insgesamt sollen rund 200 Kilometer ausgebaut werden. Ende des kommenden Jahres soll der Bereich des Rastatter Tunnels fertig werden. "Sobald die Rheintalbahn komplett ausgebaut ist, wird sie den Bahnverkehr deutschlandweit spürbar beschleunigen", so Langefeld.
In sechs Jahren Bauzeit hat die Deutsche Bahn zwischen Müllheim und Auggen zwei neue Gleise errichtet, die bestehenden Gleise erneuert und verlegt, zwölf Brücken neu gebaut und fast acht Kilometer Schallschutzwände aufgestellt. Für einen verbesserten Betrieb sollen zudem ein neues elektronisches Stellwerk (ESTW) sowie neun neu installierte Weichen sorgen. Parallel dazu erfolgte der Neubau der Haltestellen in Auggen und Müllheim. Während Auggen so weit fertig ist, werden die Arbeiten am Müllheimer Bahnhof noch andauern. Auch hier ist ein großer Teil bereits gebaut, die Errichtung eines neuen Bahnhofsgebäudes wird sich aber bis frühestens Ende 2027 verzögern.
Eine besondere Herausforderung bestand laut DB darin, die Arbeiten bei laufendem Zugbetrieb voranzutreiben. Auf der stark frequentierten Rheintalbahn sind längere Gleissperrungen kaum möglich – erlaubt sind in der Regel nur kurze Nacht- und Wochenendfenster. "In den vergangenen sechs Jahren mussten wir die Strecke mehrfach an langen Wochenenden sperren, um besonders anspruchsvolle Bauaufgaben zu bewältigen", erklärt Langefeld. "Dazu zählten etwa das Einfliegen von Oberleitungsmasten per Helikopter oder der Einbau neuer Weichen zwischen Rheintalbahn und Neubaustrecke."
