DRK besuchte Freunde in Budapest

Kurt Meier

Von Kurt Meier

Do, 13. Juni 2019

Gutach im Breisgau

25 Jahre Rotkreuz-Partnerschaft zwischen Ortsverein Gutach-Bleibach und dem Ungarischen Roten Kreuz im XI. Stadtbezirk.

BUDAPEST/GUTACH. Seit über 25 Jahren besteht eine Partnerschaft zwischen dem Deutschen Roten Kreuz, Ortsverein Gutach-Bleibach, und dem Ungarischen Roten Kreuz im XI. Stadtbezirk der Hauptstadt Budapest. Anlass genug, die Freundschaftsbeziehungen mit einem Besuch zu festigen. Die kleine Delegation bestand aus Sebastian Rötzer, Heiko Burger, Herbert Fuchs, Marion und Mathias Kölbel und Kreisgeschäftsführer Alexander Breisacher.

Im Gepäck hatten sie Kleidung, Schuhe, Kinderspielzeug, Hygieneartikel und Sanitätsbedarf. Sogar ein Fahrrad und ein Rollator gehörten zur Fracht, die im Vorfeld des Besuchs individuell mit dem Leiter der Budapester Rot-Kreuz-Organisation, Tibor Nágy, abgestimmt worden war.

Das Budapester Rote Kreuz steckt in einem Wandlungsprozess. Dies wurde in mehreren Gesprächen deutlich. Ziel ist, die Arbeit der hauptamtlichen Mitarbeiter neu zu konzipieren, um die Schlagkraft in den Stadtbezirksorganisationen zu stärken. Denn das Leistungsspektrum des Budapester Roten Kreuzes ist groß. Neben klassischer Sozialarbeit sind auch Aktivitäten im Katastrophenschutz, der Breitenausbildung in Erster Hilfe und das Jugendrotkreuz Schwerpunkte. Entsprechend vielfältig gestaltete sich das Besuchsprogramm. Den Gästen wurde überall Einblick geboten, unter anderem bei einem Erste-Hilfe-Wettbewerb für Schulsanitäter in einem öffentlichen Park in Budapest. Die Kinder und Jugendlichen durchliefen einen Parcours mit einem Mix aus Theorie und realistisch dargestellten Notfallsituationen. Die Öffentlichkeit des Wettbewerbs war auch eine geschickte Marketingaktion, denn Passanten konnten sich so direkt über die Aktivitäten des Roten Kreuzes informieren.

Auch die im Dreiländereck Ungarn/Rumänien/Serbien gelegene Stadt Szeged wurde besucht. Die Leiterin der Rot-Kreuz-Organisation dort führte die Besucher durch einen gerade stattfindenden, ungarnweiten Landesentscheid zur Ersten Hilfe am Kind mit Betonung "Versorgung von Kleinkindern". Schwerpunkt ihrer Rotkreuz-Gliederung ist die Flüchtlingshilfe. Denn die "Balkanroute" verläuft mittlerweile über Rumänien, sodass in der Region Szeged immer wieder Flüchtlinge ankommen. Nach ihrer Ankunft in Ungarn werden sie in Lagern versorgt. Leider konnte diese Einrichtung nicht besichtigt werden, die Freunde des Ungarischen Roten Kreuzes berichteten jedoch ausführlich von den Schwerpunkten ihrer Arbeit. Sie seien mit Sozialarbeitern vertreten und versorgen die Menschen mit Kleidung und Nahrung. Ganz besonders wichtig seien Bildungsangebote, gerade für die Kinder, wurde betont.

Die neuerliche Reise nach Budapest brachte viele neue, wertvolle Eindrücke. Wie sich die Partnerschaft weiter entwickelt, hängt auch von den erwähnten Umstrukturierungen beim Budapester Roten Kreuz ab. Die Beziehungen sollen nicht abbrechen, war man sich einig. Die Neustrukturierung berge auch Chancen, die Partnerschaft weiter auszubauen. Ein Besuchstermin für 2020 wurde schon einmal vorab ins Auge gefasst.