Von Plänen und Kosten

DURCH DIE WOCHE: Wetten, dass...?

André Hönig

Von André Hönig

Sa, 21. November 2020

Schopfheim

Weil es im Bauausschuss Unmut wegen einer Wettannahmestelle gab, dreht sich unsere Kolumne heute um eben dieses Thema: Wetten.

» Weil es allerorten passiere, nehmen einige Bauausschussmitglieder an, dass auch aus der Wettannahmestelle an der Entegaststraße ein Wettbüro werden könnte – was nicht dasselbe ist. In einer Wettannahme dürfen nur Wetten angenommen werden, ein Büro gilt als Vergnügungsstätte, wo auch Ausschank erlaubt ist. Der Ruf nach Kontrollen wurde daher laut. Nun würden wir aber wetten, dass es schwierig wird, in einem Gebäude, wo eh schon eine Bar ist, eine unerlaubte Vergnügungsstätte nachzuweisen.

» Den Begriff "Achse des Bösen" hatte 2002 der damalige US-Präsident George W. Bush geprägt. In Schopfheim indes soll jetzt eine "Achse des Guten" entstehen. Gemeint ist die Straße "Gündenhausen" von Kreisel bis Kreisel, die überplant werden soll. Das, was dazwischen liegt, soll besser ausgenutzt werden – was auf jeden Fall eine gute Sache ist. Allerdings: Weil schon so manche ambitionierte Überplanung in der Stadt grandios gescheitert ist, könnte man es für eine sichere Wette halten, auf ein Scheitern zu setzen. Wir setzen zwar auf ein Gelingen – würden aber in keine Wette zum Zeitraum einsteigen. Vermutlich aber liegen jene richtig, die auf mehrere Jahre tippen.

Stichwort Zeiträume: Bei den kreuzungsfreien Anschlüssen an die B 317 ("Ohren") sprechen wir schon jetzt von Jahrzehnten. So hat sich wenig überraschend herausgestellt, dass die Pläne fürs "Ohr" Eichen aktualisiert werden müssen. Vorgestellt wurden sie 2010 – just als der Bau von "Stuttgart 21" begannen. Der Hauptbahnhof soll ja 2025 fertig werden. Ob es das Eichener "Ohr" früher schafft? Wir würden nicht drauf wetten.

» Niemand mag Klugscheißer. Aber beim Thema Wetten haben wir uns daran erinnert, dass wir fast auf den Tag genau vor vier Jahren angesichts von Beteuerungen des damaligen Burgis, der FES-Schulcampus würde die Kostenplanung einhalten, dagegen gewettet hatten. Damals war von 24 Millionen Euro die Rede. So gesehen gilt: Wette –leider – gewonnen.