Elektrische Mobilität

E macht mobil

Andreas Strepenick

Von Andreas Strepenick

Sa, 27. August 2011

Panorama

Elektrische Antriebe verändern unser Leben im Alltag. Sie sind nicht nur im Auto von Bedeutung. Auch Radfahrer, Behinderte und Betagte können ihren Mobilitätsradius nun enorm erweitern.

Esther Weber sollte jetzt besser daheim sein. Nächste Woche beginnen ihre Prüfungen, sie will endlich ihr Fernstudium zu Ende bringen. Doch Weber, die ehemalige Rollstuhlfechterin aus Gutach bei Waldkirch, hält es neuerdings nicht mehr aus in ihrer Wohnung. "Ich weiß, ich sollte lernen", sagt sie. Aber wer interessiert sich für Wirtschaftsinformatik, wenn er gerade jetzt die Welt da draußen neu entdecken kann? "Ich teste zwei Prototypen", sagt die 43-Jährige: "Es sind Hammerteile."
Weber braucht nach einem Autounfall im Alter von 15 Jahren einen Rollstuhl. Sie hat auch schon solche mit elektrischer Unterstützung ausprobiert, sperrig, klobig, schwer. Es war fast unmöglich, sie ins Auto zu hieven. Aber was jetzt auf den Markt kommt, wird das Leben für Menschen mit Handicap entscheidend verändern, glaubt Weber. Erstens ihr neuer Rollstuhl, ein Modell von Otto Bock, einem der weltweit größten Hersteller von Rollstühlen und Prothesen. Weber, die Paralympics-Siegerin und viermalige Sportlerin des Jahres in Baden, ist als Repräsentantin für Otto Bock tätig – und als Testerin. "Das neue Modell heißt E-Support", berichtet sie. "Das Schöne daran ist, dass ich wie in einem normalen Rollstuhl rollern und ihn eigenhändig bewegen kann." Aber wenn eine Steigung kommt, wenn Weber einmal länger ausfahren will, schaltet sie zwei elektrisch betriebene Motoren in den Rädern zu. War sie früher schon froh, wenn sie einmal zwei Kilometer am Stück schaffte, kann sie mit dem E-Support jetzt fast 20 Kilometer zurücklegen, ohne die Batterie aufladen zu müssen. "Das ist eine enorme Radiuserweiterung", sagt sie.
Es ist ein neues Leben. Zumal sich der E-Support so auseinanderbauen lässt, dass Weber ihn selbst problemlos in ihr Auto hieven kann. Und erst das zweite Gefährt: "Mit dem kann ich auch ohne Auto nach Freiburg zum Kaffeetrinken kommen und dann wieder nach Gutach zurückkehren", sagt sie. Weber testet ein so genanntes E-Bikeboard der Firma Orangebike. "Es sieht aus wie ein Skateboard mit großen Rädern und einer hohen Lenkstange wie ...

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