Eishockey

EHC Freiburg unterliegt in Kaufbeuren mit 2:6

Toni Nachbar

Von Toni Nachbar

Mi, 30. Dezember 2020 um 21:56 Uhr

EHC Freiburg

Die Wölfe haben sich selbst geschlagen: Der EHC Freiburg hat das DEL-2-Spiel gegen den ESV Kaufbeuren mit 2:6 verloren. Vor drei Wochen hatten sie noch gewonnen – zu Hause.

Der Trainer des EHC Freiburg, Peter Russel, hatte vor dem Gastspiel der Wölfe beim ESV Kaufbeuren gewarnt, in der zweiten deutschen Eishockey-Liga, könne jeder jeden schlagen. Dies eindringliche Mahnung konnte am Mittwochabend die 2:6 (1:0, 0:3, 1:3)-Niederlage seiner Spieler in Kaufbeuren nicht verhindern.

Dabei erinnerten sich die Freiburger DEL-2-Spieler nur zu gut daran, wie glücklich sie vor drei Wochen in der Echte-Helden-Arena gegen die in der Tabelle weit hinter ihnen platzierten Joker mit 4:3 gewonnen hatten.

Wölfe waren lange das spielerisch bessere Team

Noch merkwürdiger: In Kaufbeuren stellten die Wölfe über weite Strecken das bessere Team. Dennoch verloren sie das letzte Punktspiel des Jahres. Während der Pressekonferenz machte Russell "die defensiv schlechteste Saisonleistung" dafür verantwortlich. Auch im Hinblick auf die vielen unnötigen Strafzeiten, die der EHC kassierte, sagte er enttäuscht: "So wollen wir nicht spielen."



Immerhin konnte Russell gegen den ESV von den zuletzt ausgefallenen Spielern wieder auf Simon Danner setzen. Der Kapitän spielte in der dritten Reihe mit Chad Bassen und dem jungen David Cerny, und diese Sturmformation brachte den druckvoll agierenden EHC nach acht Minuten 1:0 in Front.

Die überlegenen Wölfe hätten bis zur Drittelpause noch höher führen können, doch Schüsse von Chris Billich und Alexander Brückmann verfehlten das Tor des Kaufbeurer Torhüters Jan Dalgic.

Viele vergebene Torchancen

Eine Vielzahl vergebener Torchancen auf Freiburger Seite sowie leichtfertig genommene Strafzeiten der EHC-Spieler (Schiemenz, Brückmann, Neher, Hult) sorgten für die Ergebniswende gegen den Spielverlauf im zweiten Drittel. Im Fünf-gegen-Drei erzielte der Kanadier Branden Gracel den Ausgleich, und nur vier Minuten später stand es bereits 3:1 für das Team von Coach Rob Pallin. Auch der dritte Treffer der Gastgeber fiel in Überzahl.

Die angriffsfreudigen Freiburger indes übertrafen sich im Auslassen ihrer Einschussmöglichkeiten: Bassen verpasste das 2:0, nach dem 1:1-Ausgleich trafen binnen Sekunden Spiro, Bassen und Danner nicht ins gegnerische Tor. Beim Stande von 1:3 vergaben nacheinander Marc Wittfoth, Hagen Kaisler und Luca Trinkberger Chancen zum möglichen und so wichtigen Anschlusstreffer.

Obwohl der EHC offensiv auch den letzten Spielabschnitt begann, erhöhten die Kaufbeurer durch Topscorer Tyler Spurgeon ihren Vorsprung. Der zweite Treffer von Bassen war nur noch zwischenzeitliche Ergebniskosmetik. Denn die undisziplinierten EHC-Spieler sammelten weiter fleißig Strafminuten und kassierten zwei weitere Gegentreffer.

Das erste Spiel im neuen Jahr bestreitet der EHC am Sonntag, 3. Januar, 17 Uhr, in eigener Halle gegen die Bayreuth Tigers.

Die Aufstellung des EHC

Tor: Meisner

Verteidigung: Pageau/Spornberger; Brückmann/Kurz; Neher/Kaisler

Sturm: George/Schiemenz/Spiro; Billich/Hult/Wittfoth; Danner/Bassen/Cerny; Trinkberger/Ustorf/Saakyan


Tore:

0:1 Bassen (8. – Brückmann, Danner)

1:1 Gracel (28. – Eichinger, Spurgeon)

2:1 Krauß (31. – Oswald)

3:1 Lewis (34. – Gracel, Eichinger)

4:1 Spurgeon (46. – Pfaffengut, Wörle)

4:2 Bassen (52. – Wittfoth, Kaisler)

5:2 Krauß (54. – Lewis, Lukes)

6:2 Wörle (55. – Voit, Spurgeon).

Schuss-Statistik: 29:31 (8:9, 12:11, 9:11).

Strafminuten: 8 – 16.