Ein beinahe schon vertrautes Bild

Wolfgang Künstle

Von Wolfgang Künstle

Di, 13. April 2021

Reitsport

Thomas Mang vom RV Dreiländereck setzt sich beim S*-Springen in Ichenheim durch / Abgespecktes Turnier ohne wirtschaftliches Risiko für den Reitverein.

. Beinahe ist es schon ein vertrautes Bild, die menschenleeren Reitplätze, auf deren Geläuf in diesem Frühjahr Springturniere ausgetragen werden, deren Sinn allein darin begründet liegt, den Berufsreitern, die ihr Geld auf dem Rücken eines Pferdes verdienen (müssen), eben jenes zu ermöglichen. "Die Reiter sind heiß, sie wollen auf den Platz", sagte Reinhard Schill, Vorsitzender für den Bereich Sport beim Reitverein Ichenheim. Am vergangenen Samstag fand ein solches Turnier beim RV Ichenheim statt.

Am vergangenen Wochenende hätte der Ried-Verein sowieso sein traditionelles Reitturnier ausgetragen – was in diesen trüben Zeiten selbstredend nicht im bewährten Modus möglich war. Und so opferten die Verantwortlichen den Sonntag und boten am Samstag den professionellen Reitern ihr Reitgelände an. Zugelassen waren neben den Berufsreitern noch die Kader- und die Perspektivreiter, und die angesprochenen Sportler nutzten die Gelegenheit dankbar – es war so ziemlich alles da, was in Baden-Württemberg Rang und Namen hat.

Entsprechend hochklassig war der Sport, der in den sechs Prüfungen geboten wurde. Den Springpferdeprüfungen der Klassen A**, L und M* folgten am Mittag die Springprüfungen Klasse L und M* und als Tageshöhepunkt das S*-Springen. Den Sieg des Tages holte sich Thomas Mang vom RV Dreiländereck auf Famira vor Mahamad Mogheeth Alshehab vom RFV Herrenberg auf Galina. Alexander Schill vom gastgebenden RV Ichenheim konnte sich als Fünfter als einziger Starter eines regionalen Vereins gut platzieren, seine Ehefrau und Vereinskameradin Lisa Schill-Huber wurde Zehnte.

Das M*-Springen, das mit 85 Nennungen gut drei Stunden dauerte, gewann Nicole Hirzler vom RFSV Kenzingen auf Ketina, gefolgt von Tobias Schwarz (RV Lahr) auf L’Isbelle. Dritter wurde Michael Herhalt vom RZ Frese Immenhöve auf Cajon, Lisa Schill-Huber sicherte sich Platz vier.
Fünfte wurde die Schweizerin Dominique Zbinden. Sie war gemeinsam mit Barbara Schnieper und Timo Heiniger aus dem Nachbarland angereist, was recht unkompliziert vonstatten ging. Bedingung war ein negativer Corona-Test, wie Reinhard Schill erklärte. Diesen hat er höchstpersönlich entgegengenommen und kontrolliert, am Abend konnten die drei unbehelligt die Rückreise antreten, da ihr Aufenthalt in Deutschland weniger als 24 Stunden dauerte.

Am 4. Mai soll es ein weiteres Turnier in Ichenheim geben

Wirtschaftlich stellt das abgespeckte Turnier für den Reitverein Ichenheim kein Problem dar, wie Schill erklärt, da den geringeren Einnahmen auch ein kleinerer Aufwand gegenüber steht. "Das gleicht sich aus", sagt er, und auch logistisch sei die Veranstaltung mit ihren 50 Reitern keine Herkulesausgabe.

"Mit zehn, 15 Helfern ist das zu schaffen", erklärt der Vorsitzende, und so hat er keine Bedenken beim Blick auf die zweite Auflage eines solchen Profiturniers in Ichenheim. "Die Terminplanung ließ keine andere Möglichkeit zu", sagt Schill. Es soll am 4. Mai stattfinden – einem Dienstag. Einem ganz normalen Arbeitstag für Berufsreiter.