Basketball

Ein emotionaler Abschied und ein klarer Sieg der Frauen des USC Freiburg

Georg Gulde

Von Georg Gulde

So, 23. Januar 2022 um 01:02 Uhr

Basketball

Die Basketballerinnen des USC Freiburg bedanken sich bei ihrer langjährigen Spielerin Lea Ouedraogo – und besiegen Heidelberg mit 99:73.

Acht Minuten vor dem Anpfiff des Basketball-Bundesligaspiels zwischen den beiden Universitätssportclubs (USC) aus Freiburg und Heidelberg brandete unter den 350 Zuschauern der wohl größte Beifallssturm auf. Denn die Breisgauer verabschiedeten ihre langjährige Spielerin und letztjährige Kapitänin Lea Ouedraogo, die in dieser Saison für die Neckarstädterinnen spielt, da sie mittlerweile in Mannheim ihr Psychologiestudium fortsetzt. Minuten später, als die Spielerinnen einzeln vorgestellt wurden und aufs Parkett der Unisporthalle liefen, erwiesen ihr die Korbjägerinnen des USC Freiburg, die lange mit ihr zusammengespielt hatten, erneut die Reverenz, indem sie nochmal zu Ouedraogo rannten. Es waren sicher die emotionalsten und auch spannendsten Momenten des Abends in der Unisporthalle.

Denn danach folgte eine Partie, in der der Tabellenzweite das Schlusslicht der Liga eine Halbzeit lang so dermaßen dominierte, dass der geneigte Betrachter Lea Ouedraogo wünschte, sie wäre eine Saison später nach Heidelberg gewechselt. Ist die 24-Jährige aber nicht. Und so konnte auch sie nicht viel ausrichten bei der 73:99 (12:29, 16:33, 21:19, 24:18)-Niederlage ihres neuen Teams bei ihrer alten Mannschaft. Zur Halbzeit hatten die Freiburgerinnen bereits erstaunliche 34 Vorsprung, kurz vor der Pause waren es sogar 40 Zähler gewesen (61:21). Es kam noch ein weiterer Punkt hinzu – und selbst langjährige Fans der Eisvögel konnten sich nicht daran erinnern, dass ihr Team in der ersten Hälfte mal 62 Punkte erzielte. "Das war eine Halbzeit lang richtig gut. Bis auf Winzigkeiten haben wir alles das umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten", bilanzierte Trainer Harald Janson die ersten 20 Spielminuten. Dass die zweite Halbzeit mit 45:37 an den Tabellenletzten ging, der bei vier Absteigern die Liga höchstwahrscheinlich verlassen muss, lag an der nachlassenden Konzentration der Gastgeberinnen. Zudem wechselten Janson und Assistenztrainer Victor Herbosa, der dieses Mal an der Seitenlinie Regie führte, häufig aus. Sie wollten den elf Akteurinnen, die sich – was sehr selten ist – alle in die Scorerliste eintrugen, möglichst gleichmäßig Spielzeit geben. So pausierten die vier ausländischen Profispielerinnen in Reihen des USC Freiburg häufig. Zeitweise standen nur deutsche Korbjägerinnen, die in Freiburg ausgebildet wurde, auf dem Parkett. Und das, obwohl die zuletzt wegen Krankheit fehlenden Martha Pietsch und Maria Konstantinidou noch nicht zum Einsatz kamen beziehungsweise noch nicht im Kader waren.

"Drei Siege in den drei Spielen der englischen Woche – und das in der Coronazeit, in der zuletzt in der Liga etliche Spiele ausgefallen sind: Wir können sehr zufrieden sein", resümierte Harald Janson.

Am Ende des Spiels konnten die Zuschauer dann sogar den Eindruck bekommen, die Eisvögel-Spielerinnen würden Lea Ouedraogo zuliebe auf den 100. Punkt verzichten. Aber vielleicht lag es schlicht nur daran, dass keine der Korbjägerin des Tabellenzweiten Lust auf Haushaltstätigkeit hatte: Denn bei den Eisvögeln ist es ein schöner Brauch, dass die Spielerin, die in einer Partie den 100. Punkt erzielt, einen Kuchen für das Team backen und ihn in der Folgewoche mit ins Training bringen muss. Um dieses Ritual kam die Mannschaft um Topscorerin Christa Reed jedenfalls herum.

Der USC spielte mit: Paradzik 2 Punkte, Nufer 6, Little 8, Gerlinger 2, Yasuma 10, Paunovic 6, Kapitza 8, Radic 9/davon 1 Dreier, Sontag 11/2, Reed 21/4, P. Mayer 16/4.