Ein gefühlter Sieg

dpa

Von dpa

Sa, 13. März 2021

Nationalmannschaft

Deutschlands Handballer starten mit glücklichem 25:25 gegen Schweden in die Olympia-Qualifikation.

(dpa/BZ). Marcel Schiller verschwand nach dem in fast letzter Sekunde abgewendeten Fehlstart der deutschen Handballer in die Olympia-Qualifikation in einer Jubeltraube. Das 25:25 (14:13) gegen den WM-Zweiten Schweden fühlte sich für die Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB) nach einer Aufholjagd wie ein Sieg an und lässt dem Team von Bundestrainer Alfred Gislason im Rennen um das Tokio-Ticket weiter alle Chancen.

"Das war extrem wichtig. Wir brauchten dringend diesen einen Punkt. Ich bin insgesamt zwar nicht zufrieden mit unserer Leistung, aber jetzt ist weiter alles offen", sagte Gislason nach dem Handball-Krimi am Freitag in Berlin. "Wir leben noch", ergänzte DHB-Vizepräsident Bob Hanning.

Wie das gesamte Team war auch Torhüter Johannes Bitter erleichtert über das Happy End für die DHB-Auswahl, die in der zweiten Halbzeit schon mit vier Toren in Rückstand gelegen hatte. "Wir hatten nichts mehr zu verlieren und haben uns richtig reingekämpft. Wir haben es weiter in der eigenen Hand. Jetzt geht es in die Eistonne, und dann freue ich mich auf das nächste Spiel", sagte Bitter.

Schiller war nicht nur der umjubelte Schütze des späten Ausgleichs, sondern mit fünf Toren auch bester Werfer im deutschen Team. "Wir sind einfach happy, dass wir diesen Punkt geholt haben, weil es lange nicht danach aussah", sagte der Linksaußen von Frisch Auf Göppingen. "Wir haben eine gute Moral bewiesen, am Ende ist dieser Punkt auch verdient."

An diesem Samstag (15.35 Uhr/ZDF) trifft die deutsche Mannschaft auf den EM-Vierten Slowenien und kann dabei mit einem Sieg den nächsten Schritt in Richtung Tokio machen. "Slowenien ist ein ähnlich spielstarker Gegner wie Schweden", warnte Gislason. Am Sonntag (16.45 Uhr/ZDF) ist dann Algerien der letzte Gegner. Nur die besten zwei der vier Teams qualifizieren sich für Olympia in Tokio (23. Juli bis 8. August).

Eine Schwächephase wie zu Beginn der zweiten Halbzeit gegen das Drei-Kronen-Team darf sich die DHB-Auswahl dann nicht leisten. "Das war schon grenzwertig. Wir sind glücklich, brauchen aber eine Leistungssteigerung gegen Slowenien", forderte Hanning.

Das DHB-Team geriet gegen den Vizeweltmeister zu Beginn der zweiten Halbzeit beim 14:15 (33.) erstmals in Rückstand, weil im Angriff zu viele Würfe vergeben wurden. Immer wieder war Schwedens Torhüter Andreas Palicka Endstation. Erst nach sechseinhalb Minuten gelang der erste Treffer in der zweiten Halbzeit. Der Spielfluss war nun weg und das Vertrauen in die eigene Stärke schwand mit jedem Fehlwurf. Beim 17:20 (43.) reagierte Gislason mit einer Auszeit.

"Wir müssen jetzt mal langsam Ruhe hier rein kriegen", forderte der 61 Jahre alte Isländer. Das fruchtete in der spannenden Schlussphase, in der das deutsche Team vor allem dank einiger Paraden von Bitter, einiger Zeitstrafen der Schweden und der Nervenstärke von Marcel Schiller die drohende Niederlage gerade noch abwendete.