Ein Meer aus Drachenfliegern

Moritz Ullrich

Von Moritz Ullrich

Di, 29. Mai 2018

Sonstige Sportarten

Am Kandel beginnt am Dienstag die deutsche Meisterschaft.

DRACHENFLIEGEN. Es ist das größte Ereignis des Jahres für die Drachenflieger in Deutschland. An diesem Dienstag beginnt in Waldkirch am Kandel die deutsche Meisterschaft in diesem Sport. Mehr als 70 Drachenflieger werden dann von 13 Uhr an lautlos in den Himmel starten und bis Samstag um den Titel kämpfen.

Wenn am Dienstag um 11.30 Uhr die offizielle Eröffnung der DM stattfindet, wird es nur noch einige Momente dauern, bis die Sportler sich mit ihren Fluggeräten in die Luft schwingen. Es wird der erste von insgesamt fünf Wettkampftagen sein. Bis Samstag gilt es dann immer neue Tagesaufgaben zu meistern, welche auf den täglichen Wetterbericht abgestimmt sind. An guten Tagen werden die Flieger Strecken von über 100 Kilometern zurücklegen – und das nur mit der Kraft der Sonne. Flüge vom Kandel bis Titisee, über Wolfach zurück nach Waldkirch sind bei guten Bedingungen möglich. Tagessieger wird, wer als Erster den Landeplatz in Gutach/Bleibach am Fuß des Kandels erreicht.

Im Teilnehmerfeld sind einige der besten Drachenflieger Europas. Neben den Piloten aus Deutschland werden auch etwa 20 internationale Starter mitfliegen. Angemeldet sind Sportler aus Österreich, Italien, Tschechien, Spanien, Schweden, der Ukraine und den Niederlanden. Nicht teilnehmen wird Titelverteidigerin Corinna Schwiegershausen. Sie hatte sich kürzlich beim Drachenfliegen in den USA den Arm gebrochen. Dennoch sieht Klaus Kienzle vom Drachen- und Gleitschirmfliegerclub Südschwarzwald (DGFC), Ausrichter der diesjährigen Meisterschaft, das Teilnehmerfeld gut besetzt: "Das Feld ist wirklich sehr, sehr stark."

Mit dabei sind die lokalen Spitzenpiloten Roland Wöhrle aus Gutach und Jochen Zeyher aus Gundelfingen. Beide starten für den Drachen- und Gleitschirmfliegerclub Südschwarzwald und konnten sich in der Vergangenheit bereits zum deutschen Meister krönen. Wöhrle gelang dies 2008 und 2012, Zeyher gewann 2013. Darüber hinaus nahm Wöhrle mehrfach an Weltmeisterschaften teil, zuletzt in Brasilien mit Platz 13 und Bronze im Team. Zeyher ist unterdessen mit einer geflogenen Strecke von über 405 Kilometern Weltrekordhalter im Dreiecksflug und Rekordhalter des Deutschlandfluges mit über 300 Kilometern. Durch den hinzukommenden Heimvorteil dürfen sich beide auch dieses Jahr Hoffnungen auf den ganz großen Flug machen. Klaus Kienzle traut besonders Wöhrle viel zu: "Roland Wöhrle hat sehr, sehr gute Chancen. Es wird schwer ihn zu schlagen."

Gestartet wird an allen Tagen ab etwa 13 Uhr auf dem Kandel. "Das ist für Zuschauer ganz toll, wenn hier 70 Piloten gleichzeitig losfliegen. Da ist der Himmel voll mit Drachen. Das ist etwas ganz Besonderes", so Kienzle. Gelandet wird je nach Tagesaufgabe zwischen 16 und 18 Uhr – und zwar auf der Festwiese des DGFC in Gutach/Bleibach. Dort ist ein Festzelt aufgebaut, damit die Piloten und die Zuschauer rundum gut versorgt sind. Für die Bewirtung vor Ort wird die Trachtenkapelle Bleibach sorgen. Zuschauer werden dort die Gelegenheit haben, die Drachen aus nächster Nähe zu bestaunen. Außerdem stellt der Deutschen Hängegleiterverband auf seiner Internetseite ein Livetrackingsystem zur Verfügung. So haben Interessierte die Möglichkeit, die genauen Positionen der Drachenflieger zu sehen. Am Samstagabend stehen die Gewinner der Gesamtwertung fest. Gekürt wird unter allen Teilnehmern ein internationaler deutscher Meister und unter den deutschen Fliegern ein deutscher Meister. Die Siegerehrung findet am Sonntag um 11 Uhr auf dem Festgelände in Gutach/Bleibach statt.

Livetracking auf der Internetseite des Deutschen Hängegleiterverbands http://www.dhv.de