Ein moderner Kasten

Peter Maahn (SP-X)

Von Peter Maahn (SP-X)

Sa, 12. Dezember 2020

Auto & Mobilität

NEUVORSTELLUNG: Volkswagen Caddy.

Volkswagen hat sein Vielzweckauto Caddy komplett erneuert. Der auch bei Familien und Freizeitsportlern beliebte Hochdachkombi ist jetzt eng mit dem aktuellen Golf verwandt.

"Caddy" – der Name aus dem Sport wurde seit 1978 bei VW zum Programm. Jetzt haben sich Ingenieure und Designer das kleinste Modell der Nutzfahrzeug-Abteilung von VW ernsthaft vorgeknöpft. Die erste echte Caddy-Premiere seit 17 Jahren, denn die Neuerungen seitdem waren eher Facelifts, Retuschen oder optische und technische Updates.

Dem "MQB" sei Dank. Der Unterbau mit Namen "Modularer Querbau-Kasten", der zahlreiche Modelle des VW-Konzerns trägt, ist nun auch im Caddy angekommen. Die Bauweise macht ihn zu einem neuen Auto. Natürlich hat auch der Neue die beliebten hinteren Schiebetüren mit rahmenlosen Seitenfenstern. Das Sahnestück ist das Heck mit seinem großen Fenster, in das das VW-Logo scheinbar freischwebend eingebettet ist.

Schon das frische Erscheinungsbild weckt Neugierde aufs Einsteigen und Losfahren. Da bietet sich dem Fahrer ein bekanntes Bild aus dem Golf VIII dank Digital-Cockpit, zentralem Monitor, dessen Bedienung manche bisherigen Tasten und Schalter überflüssig macht, sowie eine Bedienfläche links vom Lenkrad für Licht und Scheibenheizung.

Weiterhin beeindruckend ist das Raumgefühl, obwohl der Caddy 2,5 Zentimeter flacher geraten ist. Dank Längenzuwachs von neun Zentimeter auf nunmehr 4,50 Meter genießen die Hinterbänkler üppige Beinfreiheit, da auch der Abstand zwischen den Achsen um sieben Zentimeter gestreckt wurde.

In unserem Test-Caddy sorgt die stärkere der drei Dieselvarianten, die für den Neuen vorgesehen sind, für Vortrieb. 90 kW/122 PS 4,6 bis 4,7 Liter Verbrauch und modernster Abgastechnik sind die Eckdaten. Zusammen mit der leichtgängigen und direkten Lenkung stellt sich ein erfreuliches Fahrerlebnis ein. Dieses wird auch nicht durch die starre Hinterachse getrübt, die jetzt allerdings statt an Blattfedern an Schraubenfedern aufgehängt ist.

Sollte es trotzdem mal zu flott voran gehen, greifen die zahlreiche Assistenten schnell ein. Im Datenblatt sind 19 verschiedene Systeme aufgezählt. Serienmäßig davon sind die Assistenten fürs Abbiegen, Spurhalten oder die Notbremsung.

Wichtigstes Argument für einen Hochdachkombi ist freilich das Raumangebot. Stellt man fünf der möglichen sieben Sitze auf "Flach" passen bis zu 2556 Liter in den Raum hinter den Vordersitzen. Bald erscheint aber auch die Maxi-Version mit einem nochmals längeren Radstand und dem äußeren Gardemaß von 4,85 Metern. Sie hat auch breitere Schiebetüren, durch die sogar eine weitere Europalette passt.