Ein spaßiger Mehrkampf und sonstige Freuden

Helmut Häringer

Von Helmut Häringer

Do, 11. Juli 2019

Winden im Elztal

Gelungenes dreitägiges Sommerfest der Musikkapelle Oberwinden.

WINDEN. Nach drei Tagen Sommerfest ist die Musikkapelle Oberwinden sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Der Umsatz war besser als im letzten Jahr. Es war nicht zu heiß und bis auf Montagmittag gab es auch keinen Regen. Beim Elztäler Mehrkampf ging es mit neuen Wettkämpfen wieder sehr spannend zu. Für die Kinder gab es eine Hüpfburg, Eis und Spaghetti.

Viel Spaß für Alt und Jung, viel Blasmusik und immer gutes Essen, das schätzten die Besucher auch wieder in diesem Jahr. Was aber das Oberwindemer Sommerfest zu etwas Besonderem macht, ist der "Elztäler Mehrkampf" am Samstagabend. Auch dieses Jahr traten sechs Teams an, um die begehrte Trophäe zu gewinnen, und natürlich wollten die Sieger des letzten Jahres, die Feuerwehr Winden, den Pokal behalten. Zuerst mussten sich die einzelnen Teams einmal vorstellen. Manche taten dies sehr minimalistisch, andere hatten extra neue Texte auf bekannte Songs geschrieben. Musikalisch gab es noch Luft nach oben, aber kreativ waren sie allemal. So war es für die Jury nicht leicht, den ersten Punktsieger zu ermitteln. Bei der zweiten Runde ging es um exakt messbare Zeit. Einen Becher Bier leer trinken und den Becher dann mit einem geschickten Fingerkick auf den Kopf stellen, das mussten nacheinander alle Teammitglieder. Mehr als ein Fingerkick war beim dritten Spiel notwendig. Auf einer extra von der Musikkapelle angeschafften Hüpfkuh musste ein Parcours mit verschiedenen Aufgaben bewältigt werden – mit Mini-Schere Kresse ernten, Melken, Heu einbringen und Holz mit Mini-Anhänger zum Ziel bringen. Eine weitere körperliche Herausforderung war der Umgang mit der Säge. Jedes Team musste möglichst schnell mit einer klassischen Hand-Baumsäge eine Scheibe vom Fichtenstamm absägen. Obwohl Moderator Michael Moser beteuerte, dass das Werkzeug vom Experten bestens geschärft sei, erforderte dies doch einiges an Kraft und Geschicklichkeit.

Nach so viel körperlicher Anstrengung durften beim folgenden Quiz die Muskeln ruhen, dafür waren die Gehirne der Mehrkämpfer gefragt. Woher kommen die meisten Touristen in den Schwarzwald? Wie heißen Schupfnudeln noch? Was ist Anke? und weitere neun Fragen galt es zu beantworten. Beim nächsten Spiel waren die menschlichen Sinne gefragt. Es musste gefühlt , gerochen und geschmeckt werden. Wer am feinfühligsten den Rosenkranz und die Mausefalle erfühlen konnte und Thymian von anderen Kräutern durch den Geruch erkannte, machte die letzten notwendigen Punkte beim Mehrkampf. Nach einem letzten Stechen standen die Sieger fest: Die Freiwillige Feuerwehr konnte den Titel wie im Vorjahr wieder gewinnen und ist auch 2019 wieder Mehrkampf-Sieger. Knapp folgte ihnen die KLJB und der Musikverein Niederwinden. Die Bläserjugend Niederwinden konnte auch dieses Jahr das interne Derby und Hauptziel, "besser als der Musikverein" zu sein, nicht für sich entscheiden und landete auf dem vierten Rang. Die Teams der Sportfreunde Winden und der Narrenzunft Oberwinden belegten den fünften und den sechsten Platz. Aber egal wer am weitesten oben auf dem Siegertreppchen stand und wer den größten Preis mitnehmen durfte, viel Spaß hatten sie alle. Nach der Siegerehrung griff Bürgermeister Klaus Hämmerle zu seinem Holzhammer und sorgte für einen erfolgreichem Fassanstich. Die erschöpften Sportler und die Besucher konnten sich mit Freibier wieder erfrischen und mit der Band "Knock out" bis spät in die Samstagnacht rocken.

Am Sonntag sorgte der Musikverein "Harmonie" Steinach für musikalische Unterhaltung. Die Küche der Musikkapelle lief derweil auf Hochtouren und sorgte für einen reichen Mittagstisch, von Gyros, Schnitzel, Wurstsalat bis Flammenkuchen. Die musikalische Ablösung übernahm der Musikverein Inzlingen. Zum Kontakt mit den Inzlinger Musikern war es gekommen, als ein Mitglied vor drei Jahren mit der Zollkapelle beim Sommerfest war. Trotz strömendem Regen herrschte damals beste Stimmung in Oberwinden. Jetzt bei schönem Wetter mache es aber noch mehr Spaß. Den dritten Teil des Nachmittagskonzerts übernahm die Trachtenkapelle aus Siegelau. Weil sie den kürzesten Heimweg hat, gestaltete OmusiKa, die gemeinsame Jugendkapelle aus Oberwinden und Katzenmoos, den letzten musikalischen Teil an diesem Sonntag.

Der Montag begann mit dem Kinder-Spaghetti-Essen am Mittag und Regenwolken, die sich aber später verzogen und blauem Himmel Platz machten. Alle Handwerker und solche, die sich dafür halten, waren zum mittlerweile traditionellen Handwerkervesper auf dem Festplatz am Oberwindener Bahnhof eingeladen. Zusätzlich zum Essensangebot der zwei Vortage kam noch eine deftige Schlachtplatte auf die Karte. Zum musikalischen Abschluss des Sommerfestes spielte die Musikkapelle Kollnau.