Ein Tag, an dem vieles funktioniert

Wolfgang Künstle

Von Wolfgang Künstle

Mo, 09. März 2020

Oberliga BaWü

Die Oberliga-Handballer des TuS Schutterwald unternehmen mit dem Sieg gegen den TV Bittenfeld II einen großen Schritt in der Richtung Klassenerhalt.

SCHUTTERWALD. Der TuS Schutterwald gewann am Samstagabend nach einer hervorragenden Vorstellung das Oberliga-Handballspiel gegen den TV Bittenfeld II mit 30:25 und sicherte sich damit zwei wichtige Punkte auf dem Weg zum vorzeitigen Klassenerhalt. Doch die Liste der Verletzten wird länger bei den Roten Teufeln.

"Ich bin sehr erleichtert und glücklich über die zwei Punkte", sagte Trainer Nico Baumann, während seine Mannschaft mit einem Bier auf den Erfolg anstieß. "Das war ein großer Schritt in Richtung Klassenerhalt." Den TVB, von Baumann selbst vor der Begegnung sehr hochgehandelt, hat der TuS Schutterwald nun mit weiteren zwei Punkten distanziert. Nun kann fast nichts mehr passieren.

Diese Tatsache ist der Lohn für eine hervorragende Leistung am Samstagabend, besonders vor dem Hintergrund, dass der TuS nicht nur auf Leistungsträger wie Tim Heuberger und René Wöhrle verzichten musste, sondern sich auch noch Fabian Huck früh in der Partie an der Wade verletzte und Regisseur Christoph Baumann mit einer gebrochenen Nase in der Halle erschien. "Ich habe am Dienstag im Training den Ellenbogen von Julian Seigel abbekommen", erklärte der Cousin des Trainers. Die blutunterlaufenen Augen des 31-Jährigen schillerten in bunten Farben und ließen erahnen, dass es mächtig gescheppert haben musste.

Am Montag soll das Nasenbein gerichtet werden, danach wird auch er etwa sechs Wochen ausfallen, wie er schätzt. Zur Unterstützung der Mannschaft lief er sich mit ihr warm und stellte sich auch für einen Siebenmeter zur Verfügung, der allerdings sein Ziel verfehlte.

Ansonsten beobachtete er stolz, wie das Team die Ausfälle kompensierte. Überragender Mann des Abends war Daniel Heppner, einst in der zweiten Mannschaft entdeckt worden, der neun Treffer aus dem Rückraum beisteuerte. Es war so ein Tag, an dem vieles funktionierte, was durchaus auch hätte schiefgehen können. Dominiert vom überragenden Rückraum begann die Partie mit unfassbarem Tempo. Nach 98 Sekunden stand es 3:1, auf die Sekunde genau nach zehn Minuten markierte Philipp Harter das 9:5 für die Schutterwälder, es schien auf ein historisches Handballergebnis hinauszulaufen.

"Wir haben gleich zu Beginn auch alles getroffen", sagte Christoph Baumann. "Wenn wir da ein-, zweimal verwerfen, fangen schnell die Hände an zu zittern." Steffen Dold zwischen den Pfosten erwischte auch den einen oder anderen Unhaltbaren von der Sorte, die auf der Gegenseite ins Tor trudelte. Als die überraschten und überforderten Gäste nach zehn Minuten eine Auszeit ausriefen, spendeten die 300 Zuschauer Applaus. Nun stellte der TVB den früheren Willstätter Erstligatorwart Daniel Sdunek zwischen die Pfosten. Prompt passierte kaum Zählbares mehr.

Nach Wiederanpfiff erhöhte Felix Zipf mit zwei Treffern schnell auf 14:9. In der Folge ließen die Schutterwälder ihren Gegner nur zweimal bis auf zwei Tore herankommen, ansonsten kontrollierten sie die Partie sicher. Die Bundesligareserve, die mit einigen früheren Akteuren aus der obersten Spielklasse in die Ortenau gereist war, schien nach wie vor überrascht von der Entschlossenheit und Effektivität des Aufsteigers und fand nur selten zu ihrem Spiel. Der TuS präsentierte sich über die gesamte Spielzeit als homogene Einheit, die sich keine Schwäche und kaum eine Unsicherheit leistete. Neben einem unfassbar effektiven Rückraum, der kaum einen Torwurf versiebte, waren im Tor Steffen Dold im Spiel und Raphael Herrmann bei Strafwürfen beinahe unüberwindbar. "Man hatte das Gefühl, dass wir den Sieg mehr wollten als sie", fasste Christoph Baumann zusammen.

TuS Schutterwald: Herrmann, Dold; Doll 1, Gieringer, Huck, Langenbacher 1, Vornholt 3, Körkel, Zipf 5, Baumann, Herzog 3/1, Seigel 4, Harter 4, Heppner 9. Spiel-Film: 3:1, 5:2, 7:3 (8.), 10:5 (14.), 10:7 (18.), 12:9 – 14:9, 14:12, 16:12, 16:14 (39.), 19:14, 22:16, 24:19, 25:21 (51.), 27:21, 29:22, 30:25. Zuschauer: 300.