Deutsche Bahn

Ein weiteres Beispiel für Bedienmentalität

Manfred Fögele

Von Manfred Fögele (Laufenburg)

Do, 01. April 2021

Leserbriefe

Zu: "Mehr Geld für Vorstände", Agenturmeldung (Wirtschaft, 20. März)

Manchmal sind es die kleinen Randnotizen, die bei der morgendlichen Zeitungslektüre aufs Gemüt schlagen. Lutz, Pofalla & Co. vom Vorstand der Deutschen Bahn sollen ein um zehn Prozent höheres Fixgehalt bekommen (990 000 beziehungsweise 715 000 Euro sind ja wirklich wenig im Vergleich zu den andern Konzernlenkern, aber es gibt ja bestimmt noch ordentliche Boni). Während der Staatskonzern mit Milliarden-Staatsknete am Tropf der Steuerzahler hängt, sollen die Bosse einen Zuschlag von zwei Durchschnittsgehältern obendrauf bekommen, da sie so generös sind, ihre überaus erfolgreiche Arbeit fortzusetzen.

Dass gleichzeitig die Durchschnittslöhne landesweit gesunken sind und damit auch eine Rentenerhöhung ausbleibt, stört da wohl nicht besonders. Neben Daimler, Deutsche Bank & Co. ein weiteres Beispiel für die Bedienmentalität oder besser Raffgier der "Söldlinge des Kapitals" (Jean Ziegler). Aber vielleicht geschieht ja ein Wunder, und der Aufsichtsrat lehnt ab. Manfred Fögele, Laufenburg