"Eine deutliche Haltung gegen Antisemitismus einnehmen"

Marc Loewer

Von Marc Loewer

Mo, 26. August 2019

Emmendingen

Der Europäische Tag der jüdischen Kultur ist gerade jetzt wichtig / Jüdisches Museum und Gemeinde befassen sich mit verschiedenen Wurzeln des Judentums.

EMMENDINGEN. "Gefilte Fisch oder Couscous – Aschkenasim und Sfaradim", unter diesem Motto lädt der Verein für jüdische Geschichte und Kultur in Kooperation mit der jüdischen Gemeinde am 1. September ein, den Europäischen Tag der jüdischen Kultur zu feiern. Es gibt ein informatives Programm; auch kulinarisch sollen die Besucher auf ihre Kosten kommen. In 34 Ländern steht an diesem Tag das europäische Judentum mit seinen Traditionen und der Geschichte im Mittelpunkt. Emmendingen ist fast seit der Gründung des Aktionstages 1999 dabei.

Das Motto, initiiert von Carola Grasse und Monika Miklis vom Verein für jüdische Geschichte und Kultur, legt ein besonderes Augenmerk auf die zwei Hauptsäulen des europäischen Judentums: Aschkenasen und Sepharden. Deren Unterschiede und Gemeinsamkeiten in Literatur, Geschichte, Bräuchen, Kunst, Küche und Musik sollen den Besuchern nähergebracht werden. Neben dem Tag der offenen Tür im Jüdischen Museum und mehreren Vorträgen, wird eine Führung durch die Synagoge mit Rabbiner Yaakov Yosef Yudkowsky angeboten. Im Simon-Veit-Haus bietet die Gemeinde neben Kaffee und Kuchen typisch aschkenasische und sephardische Gerichte an – Gefilte Fisch und Couscous. Über das Kulturprogramm des Zentralrates der Juden in Deutschland wurde die Musikgruppe "Asamblea Mediterranea" für das Abschlusskonzert gewonnen. Passend zum Motto wird das Stuttgarter Ensemble zum Abschluss die Klänge der Sepharden und Aschkenasen zum Besten gegeben.

Grasse, Miklis und Viktoria Dohmen, Jugendbeauftragte der Jüdischen Gemeinde, sehen auch angesichts des aufkeimenden Antisemitismus die Bedeutung des Tages. Gerade jetzt sei es wichtig, die Begegnung mit jüdischem Leben wahrzunehmen. Das sehe auch der Antisemitismusbeauftragte des Landes, Michael Blume, so. Miklis: "Die Gemeindemitglieder sind offen für den Dialog". Sie hoffe, die Bürger anzuregen, im Alltag eine deutliche Haltung gegen Antisemitismus einzunehmen. Chancen sieht sie im Standort am Schlossplatz, durch den nahen Spielplatz hofft sie, junge Familien anzuziehen. Für Grasse besonders erfreulich: Die Nachfrage an Museumsführungen für Schulklassen sei dieses Jahr so groß wie nie, sagt sie.