Aufenthalt in Namibia

Eine großartige Zeit

Pontus Lampe, Klasse 9a, Scheffel-Gymnasium

Von Pontus Lampe, Klasse 9a, Scheffel-Gymnasium (Lahr)

So, 16. Juni 2019 um 00:00 Uhr

Schülertexte

Pontus Lampe aus der Klasse 9a des Scheffel-Gymnasiums in Lahr war in Namibia. Und das nicht, um zu erlauben. Er lebte dort in einer Gastfamilie und ging zur Schule.

Ich saß an einem Tisch. Viele meiner Klassenkameraden standen um meinen Tisch herum und stellten mir Fragen. Ein Mädchen fragte mich, ob ich mich bedrängt fühle. Es war mir zwar peinlich, aber ich sagte ja.
Es war einer meiner ersten Tage in der Schule und der Beginn einer großartigen Zeit. Es war bedrängend, weil ich die Sprache noch nicht so gut konnte, denn es war in einem englischsprachigen Land: in Namibia.
Die Leute waren so nett zu mir. In der Schule haben sie mich gut aufgenommen, und in der Familie, in der ich wohnte, erst recht. Ich hatte dort echt schöne Erlebnisse. Von manchen will ich euch erzählen.

Zunächst will ich euch ein paar für uns ungewöhnliche Dingen erzählen, an die ich mich gewöhnen musste. Die Autos fahren auf der linken Seite, das war leicht. Schlimmer war eher, dass man nicht alleine auf die Straße sollte, weil es zu gefährlich ist. Am Anfang schien das okay und angenehm, aber mit der Zeit wurde es langweilig und ätzend. Umso glücklicher war ich, nach meiner Rückkehr wieder rausgehen zu können, wie ich wollte. Nur musste ich aufpassen und zuerst nach links und nicht nach rechts gucken.

Ein normaler Schultag begann mit dem Aufstehen um sechs Uhr, um mich dann in eine unbequeme Schuluniform aus Kunstfaser zu zwängen. Die Uniform bestand aus einem hellblauen Hemd, einer schwarzen Krawatte, einem dunkelblauen Pullover und einer schwarzen Hose. Dienstags war immer Gottesdienst. Danach drei Einzelstunden, nach der Pause zwei Einzelstunden und nach der nächsten Pause wieder zwei Stunden. Nicht gerade spannend. Nur manchmal wurde es besonders.

Einmal ging ich in die Schule und auf den Treppen standen überall mit Wasser gefüllte Becher und die Eingänge waren mit Klebeband verschlossen. In der ersten Pause wurden wir dann per Lautsprecher zum Sportplatz gerufen. Dort standen viele Stühle, auf denen Schüler der zwölften Klasse saßen. In der Mitte wurde ein Gang freigelassen. Vor den Stühlen standen weitere Schüler dieser Klassenstufe in schicken Anzügen und dann kam eine im Brautkleid gekleidete Schülerin durch den Gang auf die Schüler zu. Einer "heiratete" sie. Es war eine Scheinhochzeit. Alle Schüler applaudierten und waren begeistert. In der nächsten Pause fand noch eine solche Hochzeit statt.

Mein Austauschschüler erklärte mir, dass es eine Tradition ist. Ob diese Tradition einen Sinn hat, weiß ich nicht. Ich habe vergessen, meinen Austauschschüler zu fragen.Toll war der Besuch auf einem traditionellen Markt in Katutura, einem berüchtigten Viertel. Als wir dort ankamen, war es heiß und stickig und es stank nach altem Fleisch, Müll und Dreck. In den ersten Reihen konnte man Gewürze und typische Snacks kaufen. In der Mitte war ein Billardtisch aufgebaut, um den viele Jugendliche standen. Dort war wohl eine Art Treffpunkt für sie. Weiter hinten waren viele Grillstände mit frisch geschlachtetem Fleisch. Alle wollten uns Essen verkaufen – ich glaube, zu einem überhöhten Preis. Also aßen wir angebratene Fleischstreifen, in Curry eingelegt, Zwiebeltomatensalat und Brot. Es war genial. Unhygienisch, aber genial. Ich empfehle jedem, zu so einem Markt zu gehen, wenn er die Gelegenheit dazu hat. Aber bitte nicht allein.


Auch die Freizeitmöglichkeiten in Namibia sind super. Vor allem an Wochenenden kann man klasse Kurzausflüge machen. Außerhalb von Windhoek gibt es einen Damm, an dem man super Wasserski fahren kann. Außerdem ist die Landschaft beeindruckend.
Auch gibt es nicht weit von Windhoek entfernt eine Farm, die verletzte und gefährdete Tiere aufnimmt und gesund pflegt. Auch ist dort eine tolle Lodge zum Schlafen. Und es gibt viele schöne Nationalparks in der Umgebung.

Die drei Monate in Namibia waren einer der besten, wenn nicht der beste Abschnitt überhaupt meines Lebens, und ich würde jedem empfehlen, die Chance auf einen Schüleraustausch in einem fremden Land zu nutzen. Die Menschen sind so großartig zu einem. Vielleicht hatte ich auch Glück mit den Menschen, aber man lernt durch einen Austausch viel Neues kennen, lernt Altes zu schätzen und lernt selbstständiger eine Sprache zu lernen.