Eine gute Balance zwischen analoger und digitaler Welt

epd

Von epd

Mi, 07. August 2019

Computer & Medien

Kinder-Medien-Studie 2019: Große Mehrheit der Mädchen und Jungs zwischen 6 und 14 liest Zeitschriften, Comics und Bücher.

Das Lesen gehört einer repräsentativen Studie zufolge nach wie vor zu den liebsten Beschäftigungen von Kindern. In Deutschland lesen 74 Prozent der Mädchen und Jungen zwischen 6 und 14 Jahren mindestens eine von 46 abgefragten Kinderzeitschriften, heißt es in der am Dienstag in Berlin veröffentlichten Kinder-Medien-Studie 2019. Damit bleibe die Gesamtreichweite stabil auf hohem Niveau. Insgesamt sei die Nutzung von Zeitschriften, Comics oder Büchern bei den 6- bis 13-Jährigen auf 76 Prozent im Jahr 2019 angestiegen, 2018 habe der Wert bei 74 Prozent gelegen.

Befragt wurden rund 2000 Kinder nach ihrer Mediennutzung, der Freizeit und dem Konsumverhalten. Die Befragten stünden repräsentativ für 7,31 Millionen 4- bis 13-jährige Mädchen und Jungen in Deutschland, hieß es. An der dritten Umfrage dieser Art waren die Verlage Blue Ocean Entertainment, Egmont Ehapa Media, Gruner + Jahr, die Panini Verlags GmbH, der Spiegel-Verlag sowie der Zeit-Verlag beteiligt.

Laut der Studie nutzen Kinder alle Medien mehrmals pro Woche. Dabei verfügten sie über eine gute Balance zwischen der digitalen und analogen Welt, hieß es in der Studie: "Tüfteln, Basteln, Spielen und gemeinsame Familienaktivitäten gewinnen ebenso an Bedeutung wie YouTube schauen." Zudem kamen die Studien-Verfasser zu dem Schluss, dass Kinder und Jugendliche aktuell zu einer "mündigen, meinungsstarken und aktiven jungen Generation" gehörten. So erhöben fast alle 6- bis 13-Jährigen Anspruch auf ihre eigene Meinung und wollten gehört werden. Zudem hätten sie Spaß, sich an Gesprächen zu beteiligen und würden von ihrem sozialen Umfeld auch dazu ermutigt.

Überdies sind Kinder in Deutschland laut der Studie "milliardenschwer": So stünden ihnen über drei Milliarden Euro pro Jahr aus monatlichem Taschengeld und Geldgeschenken zum Ausgeben zur Verfügung, hieß es. Kinder verfügten zwischen 4 und 13 Jahren durchschnittlich über 20,52 Euro Taschengeld monatlich. Hinzu kämen im Schnitt 158 Euro pro Jahr an Geldgeschenken, etwa zum Geburtstag, zu Weihnachten und Ostern.

Laut der an der Studie beteiligten Verlage lesen über 90 Prozent der befragten 6- bis 13-Jährigen ihre Zeitschrift von der ersten bis zur letzten Seite und blättern wiederholt darin. 75 Prozent der 4- bis 13-Jährigen griffen mindestens einmal pro Woche zu Zeitschriften und Comics auf Papier, nur acht Prozent läsen diese in derselben Häufigkeit auch elektronisch.

Angesichts der Tatsache, dass Kinder heute mit Themen wie Terrorismus, Rechtsextremismus oder Polarisierung der Gesellschaft konfrontiert seien, erfüllten Zeitschriften eine große Aufgabe, betonte Malte Riken, stellvertretender Verlagsleiter Magazin im Zeit-Verlag. Kinder könnten beim Lesen von Zeitschriften in ihrem Tempo aktuelle Themen aufnehmen. Laut Bernd Hellermann, Geschäftsführer von Gruner + Jahr Digital Products werden Kinderzeitschriften auch gerne von Eltern mitgelesen.

Die reichweitenstärksten Kinderzeitschriften sind laut der Studie "Disney Lustiges Taschenbuch", "Micky Maus Comics", "Just Kick-it!", "Donald Duck & Co." "Micky Maus-Magazin", "Wendy", "Mädchen", "GEOlino", "Donald Duck Sonderheft" und "Popcorn".