Extremismus

Eine seltsame Auffassung vom Begriff "Gewalt"

Merlin Reinhardt

Von Merlin Reinhardt (Freiburg)

Sa, 27. Juni 2020

Leserbriefe

Zu: "Gefahr von Rechts und Links", Beitrag von Axel Habermehl und Uwe Mauch (Politik, 16. Juni)

Sie verwenden in dem Artikel auf der Titelseite einen äußerst seltsamen Gewaltbegriff. Es mag sein, dass Sie diesen Gewaltbegriff einfach nur unreflektiert aus dem Verfassungsschutzbericht übernommen haben. Sie schreiben von linksextremistischer "Gewalt", zählen dann aber nur Sachbeschädigungsdelikte auf. Sofern sich dadurch Personen nicht physisch oder psychisch verletzt haben oder bedroht fühlten, ist das meiner Auffassung nach keine Gewalt. Und auch die Besetzung eines leerstehenden Hauses ist keine Gewalt.

Ich finde es äußerst verharmlosend, dass Sie die etwaige Angst wohlhabender Unternehmerinnen und Unternehmer vor einem Farbbeutel oder einer anderen Sachbeschädigung stärker thematisieren als die Angst vor rassistischen und rechtsextremen Gewalttaten, Morden oder Terroranschlägen, die viele Menschen in Baden-Württemberg verspüren.

Merlin Reinhardt, Freiburg