Judentum

Eine Zeitreise

Florian Großkopf, Klasse 8f, Hugo-Höfler-Realschule

Von Florian Großkopf, Klasse 8f, Hugo-Höfler-Realschule (Breisach)

Mo, 18. Februar 2019 um 13:39 Uhr

Schülertexte

Am 9. November 2018 war die Klasse 8f der Hugo-Höfler-Realschule in Breisach gemeinsam mit den Parallelklassen 8c und 8d im Blauen Haus in Breisach. Schüler Florian Großkopf hat darüber geschrieben.

Das Blaue Haus ist ein ehemaliges jüdisches Gemeindehaus, in dem zur Zeit Hitlers Herr Eisemann mit seiner Familie gelebt hat. Bei dem Rundgang erforschten die Klassen, passend zum Thema der Projektwoche "Toleranz", die Vergangenheit des Judentums. Um 8.30 Uhr ging es in der Aula der Schule los. Dort trafen sich die Klassen gemeinsam und liefen dann zum Blauen Haus in der Rheintorstraße (ehemalige Judengasse), um sich gemeinsam mit dem Team des Hauses zu treffen.

Das Team arbeitet ehrenamtlich, um an die Vergangenheit der jüdischen Geschichte in Breisach zu erinnern. Dort wurde ihnen mitgeteilt, dass es jeweils drei Stationen gibt (eine Station im Freien, die andere im Erdgeschoss und die dritte Station im Obergeschoss des Blauen Hauses). Für jede Station hatten sie rund 90 Minuten Zeit. Die Klasse 8f musste als erstes die Station an der frischen Luft bewältigen. Dort erfuhren sie die Geschichte des Blauen Hauses und was das besondere an dem Tag, dem 9. November war. Am 9. November 1938 fand zum Beispiel die Reichspogromnacht statt. Und am 9. November 1923 fand der Hitlerputsch statt. Außerdem bearbeiteten sie in Dreiergruppen ein Arbeitsblatt über den Synagogenplatz und den alten jüdischen Friedhof. Als die Klasse auf den Friedhof ging, mussten sie eine Kopfbedeckung tragen.

Nach der Station durften alle ihr Vesper aus den Taschen herausholen und essen. Als Nächstes liefen sie hoch in die Wärme, um in Vierergruppen das "Schabbatfest" als Rollenspiel zu feiern. Dabei versuchten die Schüler die Situation der Familie Eisemann zu spielen. Zwei Gruppen erhielten die Situation vor 1933, als der Vater der Familie noch mitfeiern durfte. Die anderen Gruppen mussten die Situation im Jahre 1938 spielen, als der Vater schon im Konzentrationslager war. Die dritte Station war etwas ganz Besonderes, weil Herr Hoffmann uns die Geschichte seiner jüdischen Familie, insbesondere seines Vaters, erzählte. Er ist extra von Düsseldorf für ein paar Tage angereist. Ihm durften die Klassen dann noch Fragen stellen, zum Beispiel wie das Leben für ihn als Jude war.

Gegen 13.45 Uhr machten die Klassen noch ein gemeinsames Gruppenfoto mit den Lehrkräften und Herrn Hoffmann, danach wurden sie entlassen. Insgesamt war es ein sehr lehrreicher und überraschend spannender Tag.