Einfach mal machen lassen

Wilfried Dieckmann

Von Wilfried Dieckmann

Di, 25. Februar 2020

Grafenhausen

Hochstimmung beim ersten Teenagerball im Grafenhausener Hagehus / Galgenvögel stolz auf närrischen Nachwuchs.

GRAFENHAUSEN. "Wir müssen unserem Nachwuchs nicht nur Vertrauen entgegenbringen, wir müssen sie einfach mal machen lassen", hob Obergalgenvogel Peter Fechtig im Gespräch mit der BZ hervor. Und mit dieser Einstellung konnte die Galgenvogelzunft in Grafenhausen zumindest bei den Jungvögeln punkten. Dies zeigte die Beteiligung mit nahezu 50 jungen Narren beim Teenagerball in der Zunftstube mehr als deutlich.

Der Erfolg kann sich sehen lassen. Nicht nur der Obergalgenvogel, auch Zunftmeister Harald Morath zeigte sich angesichts der vielen jungen Leute beim Teenagerball sehr zufrieden. Als besonders erfreulich werteten die beiden, dass die gesamte Party quasi von den Nachwuchsnarren vollständig in eigener Regie organisiert wurde. "Wir müssen sie einfach mal machen lassen und nur als Ansprechpartner zur Verfügung stehen, wenn die Jugend Hilfe braucht", meinte Peter Fechtig. Zum Teenagerball waren nur Jugendliche über zwölf Jahren zugelassen. Die Lichter gingen im großen Saal der Zunftstube um 17 Uhr an und um 22 Uhr wieder aus. "DJ Dix" hatte die passende Musik zur Fünften Jahreszeit dabei. Es wurden nicht nur die Bässe der Lautsprecherboxen nach den Worten des Obergalgenvogels mit "Bum, Bum, Bum" strapaziert, es gab auch flotte Tanzmusik, Schlager und aktuelle Fasnet Hits. Der Altersgruppe entsprechend war der Teenagerball natürlich alkoholfrei, und dies zu zivilen Preisen.

Nicht nur auf der Tanzfläche, auch an der Bar herrschte den ganzen Abend Hochbetrieb. Die Barkeeperinnen und Barkeeper hatten alle Hände voll zu tun. Den Nachwuchskräften, die freilich noch nicht über viel Erfahrung verfügten, wurde schnell klar, dass Drinks mixen gar nicht so einfach ist. Für den nächsten Ball wünschen sie sich jedenfalls einen richtigen Cocktailshaker. Die Drinks wurden aber auch ohne professionellen Shaker richtig lecker und mit viel Eis dekorativ serviert. Die Cocktails waren natürlich auch getreu der Narretei benannt: So gab es einen Galgenvogel, den Bollimänkel sowie ein Rombachwiibli oder die Stiegelekatz’ und selbstverständlich einen Hexencocktail. Die Nachwuchsvögel zeigten sich sehr selbstbewusst, feierten ihre Party mit ihresgleichen und fühlten sich offensichtlich sehr wohl. Dazu trug auch die Tatsache bei, dass die Jungvögel unter sich bleiben konnten. Nicht nur Zunftmeister Harald Morath, Obergalgenvogel Peter Fechtig oder die beiden neuen Narrenräte Dirk Müller und Tobias Eckert hielten sich mit gebührendem Abstand in der Zunftstube und nicht im Ballsaal auf. Ein Kompliment ging an die Eltern, die zwischendurch immer wieder die Zunftstube aufsuchten, ohne ihre Sprösslinge zu kontrollieren. "Ein klein wenig Spickeln und Wunderfitzen wird doch wohl erlaubt sein", meinte Narrenrat Thomas Stiegeler und wurde in seiner Meinung auch von einigen Galgenvögel-Eltern unterstützt. Deutlich wurde von den Narrenräten auch festgehalten, dass sich der Umzug vom Schwarzwaldhaus der Sinne in die ehemaligen Räume des Schützenvereins im Haus der Vereine (Hagehus) gelohnt habe. "Sonst wäre der Teenagerball hier nicht möglich gewesen", hob Narrenrat Roland Bucher hervor. Er rief auch in Erinnerung, dass bereits vor Jahren in der Schwarzwaldhalle versucht worden war, einen derartigen Ball für den Nachwuchs zu etablieren. Dies scheiterte jedoch nicht an den Nachwuchsvögeln, sondern an der fehlenden Atmosphäre im viel zu großen Saal.

Nach einem Kinderumzug am Fasnet-Montag mit Kinderfasnet in der Schwarzwaldhalle, die übrigens auch von den jungen Galgenvögeln gestaltet wurde, sowie der Fasnetverbrennung auf dem Dorfplatz wurde die Fasnet in Grafenhausen beendet. Der Kehraus fand diesmal beim neuen Pächter im Café Wunderfitz im Schwarzwaldhaus der Sinne statt.