Einst ein Verein für Rebveredelung

Jutta Geiger

Von Jutta Geiger

Fr, 19. Juli 2019

Buggingen

Die Weinbaugenossenschaft Seefelden besteht seit 1949 und verfolgt heute gemeinnützige Zwecke.

BUGGINGEN-SEEFELDEN (gei). Kürzlich fand die Generalversammlung der Weinbaugenossenschaft Seefelden statt. Sie wurde 1949 ins Leben gerufen, als damals die Reblaus große Probleme verursachte. Durch die Einfuhr von Wildreben aus Nordamerika gelangte die Reblaus nach Europa und konnte sich hier ausbreiten, da die europäischen Reben an der Wurzel nicht widerstandsfähig genug waren. Durch das Pfropfen europäischer Weinsorten auf widerstandsfähige amerikanische Unterlagsreben wurde der Reblaus erfolgreich entgegengewirkt.

Die Weinbaugenossenschaft Seefelden veredelte und verkaufte damals für ihre Mitglieder günstige Pfropfreben. Da der Preis und die Nachfrage um 1994 nicht mehr kostendeckend waren, wurde der Veredelungsbetrieb eingestellt.

Die Weinbaugenossenschaft verlegte sich daher darauf, die ihr gehörenden Gebäude zu vermieten, heute zum Großteil an die Gemeinde. So gehört beispielsweise die Winzerhalle in Seefelden, Buggingens einziger Versammlungsort, der Seefelder Weinbaugenossenschaft. Die Mitglieder erhalten für ihre Genossenschaftsanteile keine Dividende, da die Erlöse aus den Vermietungen größtenteils wieder in die Sanierung der Winzerhalle investiert werden und damit der gesamten Gemeinde zugute kommen.

Der Altersdurchschnitt der derzeit 59 Mitglieder ist recht hoch. Gründungsmitglieder gibt es nahezu keine mehr, jedoch versucht der Vorstand nun, die Familienangehörigen von verstorbenen Mitgliedern zur Übernahme der Geschäftsanteile zu bewegen, denn nur so kann die Weinbaugenossenschaft auf Dauer weiter bestehen.