Basketball

Eisvögel fliegen zum zweiten Saisonsieg – 72:56 in Marburg

Georg Gulde

Von Georg Gulde

So, 29. November 2020 um 15:26 Uhr

USC Eisvögel

Die Erstliga-Basketballerinnen des USC Freiburg überraschen mit einem 72:56-Auswärtserfolg gegen den aus der Quarantäne kommenden BC Marburg.

Überraschung in der Georg-Gaßmann-Halle zu Marburg: Nicht der routinierte heimische BC gewann am Samstagabend das Frauen-Basketballspiel in der Bundesliga, sondern die jüngste Mannschaft der Liga – der USC Freiburg. Eine Woche nach dem 80:72-Heimsieg gegen den SV Halle feierten die Eisvögel in ihrem dritten Punktspiel der Saison den zweiten Erfolg. Sie gewannen in einem Spiel mit mehrfach wechselnder Führung dank eines starken Schlussviertels mit 72:56 (13:17, 19:18, 20:15, 20:6).

"Weil das Marburger Team rund einen Monat lang nicht gespielt hat und erst kürzlich nach Corona-Fällen aus der Quarantäne zurückgekommen ist, haben wir schon darauf gelauert, dass es noch nicht in Bestform ist", sagte USC-Co-Trainerin Hanna Ballhaus.

Cheftrainerin Isabel Fernandez ließ ihre Mannschaft über die meiste Zeit eine Zonenverteidigung spielen. Das behagte den Gastgeberinnen gar nicht. Anfangs kamen sie noch über Freiwürfe zu Punkten. Aber dann wurden die Fouls der Eisvögel weniger und damit auch die Chancen der Marburgerinnen, über Freiwürfe zu punkten.

Bei den Eisvögeln feierte US-Neuzugang Dominique Toussaint ihr Debüt – und das nach erst eineinhalb Trainingseinheiten mit dem Team. Der Spielmacherin merkte man an, dass ihr die Bindung an die Teamkolleginnen noch fehlte. Doch das ist Standard im Basketball, einer Sportart, in der bekanntlich oft mit von den Trainern vorgegebenen Spielzügen gearbeitet wird. Wäre das Debüt bei den Eisvögeln der Gradmesser des Leistungsvermögens einer Spielerin, dann hätten viele ausländische Basketballerinnen nicht Leistungsträgerinnen werden oder später gar in die WNBA, die stärkste Frauen-Basketball-Liga überhaupt, wechseln können (Yvonne Turner).

Am Samstagabend erwies es sich aber als gar nicht so schlecht, dass die US-Amerikanerin noch nicht gut integriert ist in die Abläufe auf dem Parkett. Dadurch war die Kirchzartenerin Pauline Mayer unumstrittene Nummer eins auf der Aufbauposition. Und das scheint dem 20 Jahre alten USC-Eigengewächs Flügel zu verleihen. Wie schon vor einer Woche gegen Halle fand sie die richtige Mischung aus Angriffe initiieren, Mitspielerinnen in gute Positionen bringen und selbst den Abschluss zu suchen. Weil Mitspielerin Daneesha Provo dieses Mal nicht so dominant agierte wie vor Wochenfrist, war es vor allem Mayer, die für gelungene Angriffsaktionen und einen persönlichen Bundesliga-Punkte-Bestwert (26) sorgte.

Unterstützt wurde sie vor allem von Cassidy Boensch. Die US-Centerin, die zu Saisonbeginn nicht überzeugend spielte, wartete auf mit 14 Punkten, vor allem per Mitteldistanzwürfe erzielt, acht Rebounds und guten Verteidigungshilfen.

Der USC Freiburg spielte mit: Nufer (5 Punkte/davon 1 Dreier), S. Ouendraogo, Gerlinger, Paradzik (alle nicht eingesetzt), Konstantinidou (3), L. Ouedraogo, Kranzhöfer (3), Kapitza (6), Provo (14), Boensch (14), Toussaint (1), P. Mayer (26/3).