Elektriker im SUV-Format

Michael Specht (SP-X)

Von Michael Specht (SP-X)

Do, 24. Dezember 2020

Auto & Mobilität

NEUVORSTELLUNG: VW ID.4.

Der ID.3 ist kaum auf der Straße, da schickt Volkswagen bereits seinen zweiten Sprössling der MEB-Familie an den Start, den ID.4. Der Kompakt-SUV soll weltweit vor allem Familien ansprechen – und vielleicht einmal so ein Bestseller werden wie es heute der Tiguan ist.

Kompakte SUVs boomen seit Jahren und weltweit. Es ist das größte Marktsegment der Automobilbranche. Volkswagen hat hier den Tiguan im Angebot, produziert ihn jährlich sogar häufiger als den Golf. Jetzt kommen die Wolfsburger mit ihrem ersten elektrischen SUV auf den Markt, dem ID.4. Die Preise für die Modelle zum Start beginnen aktuell noch bei 43 330 Euro.

Der ID.4 ist nach dem ID.3 VWs zweites Elektroauto auf Basis des Modularen E-Antriebsbaukasten (MEB). Im Unterschied zum ID.3 wurde der ID.4 als "Weltauto" konzipiert, gebaut zunächst in Deutschland, dann auch in China und später in den USA. Zwei Millionen Einheiten – gerechnet über den Lebenszyklus von sieben Jahren – will Volkswagen vom ID.4 insgesamt produzieren.

Der ID.4 misst in der Länge 4,58 Meter und bietet Passagieren und Gepäck reichlich Platz. Auch beim Thema Package kann der ID.4 punkten. Weil die Batterie tief in der Bodenplatte sitzt, bleibt der Kofferraum davon unberührt. Er schluckt 543 Liter. Bei umgeklappten Rücksitzlehnen sind es bis zu 1575 Liter. Sogar eine Anhängerkupplung – selten bei Elektroautos – verträgt der ID.4. Sehr praktisch ist das auch für den Transport von Fahrrädern.

Wie beim ID.3 so sitzt auch beim ID.4 der Basisantrieb hinten. In den zunächst verfügbaren Modellen leisten die Elektromotoren 150 kW/204 PS – genug auch für über zwei Tonnen Leergewicht. Um die Batterie zu schonen, ist die Höchstgeschwindigkeit auf 160 km/h limitiert. Derzeit steht ein Akku mit einer Kapazität von 77 kWh zur Verfügung, der eine Reichweite bis zu 520 Kilometern verspricht. Für zu Hause empfiehlt sich auf jeden Fall eine 11-kW-Wallbox, so dass der ID.4 über Nacht dreiphasig bequem und komplett geladen werden kann.

Im Laufe des nächsten Jahres will Volkswagen den ID.4 dann in weiteren Leistungsstufen anbieten. Als Heckantrieb sind, abhängig von der Batteriegröße, 109, 125 oder 129 kW (148, 170 und 175 PS) möglich. Beim Allradantrieb sitzt zusätzlich ein Elektromotor (75 kW/102 PS) auf der Vorderachse.

Modern gestaltet ist der Innenraum. Physische Schalter und Taster sind weitgehend passé. Das Cockpit wirkt aufgeräumt und puristisch, dominiert vom Touch-Display in der Armaturenbrettmitte. Und damit der ID.4 stets auf dem neuesten Stand der Digitalisierung bleibt, wurde seine Software-Architektur so konzipiert, dass sie über das Mobilfunknetz update-fähig ist – ganz wie bei einem Smartphone.