S-Bahn

Elztalbahn: Fensterverkleidung löst sich und fällt Passagier auf den Kopf

Nikolaus Bayer

Von Nikolaus Bayer

Do, 10. Juni 2021 um 15:12 Uhr

Waldkirch

Erst fiel die Klimaanlage aus und dann fiel ihm ein Plastikteil auf den Kopf: Ein Passagier fragt sich, wie ernst die SWEG die Wartung der Elztalbahn nimmt. Diese beteuert regelmäßige Kontrollen.

Erst große Hitze, dann laute Geräusche und schließlich landete ihm ein großes Stück Plastik auf dem Kopf: Im Juni ereignete sich in der Elztalbahn ein nicht alltäglicher Vorfall, den der betroffene Fahrgast dem Landratsamt mitteilte. Er beklagte sich über die ausgefallene Klimaanlage und die herabgefallene Fensterverkleidung, die seine Fahrt im Regio-Shuttle"sehr unbefriedigend" werden ließen. Auf BZ-Nachfrage äußerte sich die Betreiberin Südwestdeutsche Landesverkehrsgesellschaft (SWEG) und zur technischen Überwachung der Schienenfahrzeuge.

Der unliebsame Vorgang ereignete sich an einem Spätnachmittag auf der Fahrt mit der Elztalbahn nach Waldkirch. Bei schon sehr warmen Temperaturen im Freien musste der Fahrgast feststellen, dass es im Regio-Shuttle, den er am Hauptbahnhof Freiburg bestieg, noch heißer war. Obwohl das Dieselaggregat schon im Stand lief, herrschten "schweißtreibende Temperaturen in dem Saunawaggon", so der Fahrgast.

Auf seine Frage an den Zugführer, ob er in einem anderen Wagen Platz nehmen sollte, habe er zu hören bekommen, dass es dort auch nicht kühler sei. Die Klimaanlage sei defekt und könne auch nicht mehr repariert werden.

Der zweite, nicht vorhersehbare Mangel machte sich für den Fahrgast während der Fahrt "bemerkbar". Kurz vor dem Haltepunkt Buchholz habe er – am Gang sitzend – plötzlich etwas auf den Kopf bekommen.

Verkleidung löste sich und fiel herunter

Neben dem Fenster hatte sich die Verkleidung von der Wand gelöst und war heruntergefallen. Glücklicherweise, so der Fahrgast, war das mehr als einen Meter lange, massive Teil aus Plastik und nicht so schwer. Außer dem Schrecken habe es keine Verletzung verursacht. Der Fahrgast hielt es dennoch für angemessen, den Vorgang öffentlich zu machen und wandte sich an Landratsamt und BZ. Er habe als regelmäßiger Nutzer des ÖPNV für eine übertragbare Jahres-Regio-Karte 660 Euro bezahlt. Da dürfe man doch eine ordentliche Gegenleistung erwarten, so sein Fazit.

Auf seine Mitteilung an das Landratsamt erhielt er Antwort von Landrat Hanno Hurth, der ihm sein Bedauern ausdrückte. Er verwies auf die verantwortliche SWEG und eine Mitteilung der ZRF-Verwaltung an das Land als zuständigem Aufgabenträger.

Unabhängig davon wandte sich die BZ an die SWEG: Auch von dort ein "Leider". Die Sache mit der Fensterabdeckung sei ein Novum gewesen. "Einen solchen Vorfall haben wir bislang glücklicherweise noch nie in unseren Regio-Shuttle erlebt", teilte die Pressestelle mit. Die Klebeverbindung der Verkleidung werde ausschließlich in dafür zertifizierten Werkstätten durchgeführt. Die Anforderungen an diese Befestigung sollen sicherstellen, dass sie sich gerade nicht löst. Die SWEG sagte zu, den Vorfall zum Anlass zu nehmen, "unsere Fahrzeuge dahingehend kurzfristig einer gründlichen Sichtprüfung zu unterziehen".

SWEG sagt, dass regelmäßige Wartung erfolgt

Auf die Frage, wie es um den Wartungszustand in den "alten" Shuttle-Fahrzeugen steht, die Mitte Juli durch die neuen Talent-3-Elektrozüge ersetzt werden sollen, gab es die Zusicherung, dass "selbstverständlich bei allen Fahrzeugen, die die SWEG einsetzt, auf regelmäßige Instandhaltung geachtet wird". Die Wartung erfolge in gesetzlich, vom Hersteller sowie vom Betreiber selbst festgelegten Intervallen." Besonders geachtet werde auf sicherheitsrelevante Komponenten. Was den überhitzten Zug betrifft, versichert die SWEG, dass auch in den Shuttles auf eine funktionstüchtige Klimatisierung geachtet werde. Die Klimaanlagen würden einmal jährlich überprüft, zuvor definierte Verschleißteile vorbeugend gewechselt. Leider, so die SWEG, könne es dennoch vereinzelt zu Ausfällen kommen.