Mit Musik für Europa

Hans Meidhof

Von Hans Meidhof

Do, 02. Mai 2019

Emmendingen

Hamonika-Freunde Windenreute begeisterten mit Weisen, die die Vielfalt des Kontinents zeigen /Viel Beifall für Gäste aus Endingen.

EMMENDINGEN-WINDENREUTE. In diesem Frühjahrskonzert reisten die Harmonika-Freunde Windenreute durch Europa. Die Nationalisten werden immer stärker. Es gibt den Brexit. Dabei vergessen die meisten, dass noch nie so lange Frieden in Europa wart. Die Grenzen sind offen und im Geldbeutel ist immer die richtige Währung. Das Konzert soll ein kleiner Beitrag zu Europa sein.

Vjera Lukyanenko hatte mit der fünfköpfigen Jugendgruppe drei anspruchsvolle Stücke einstudiert, die klanglich sauber und gut interpretiert wurden: zwei Menuette nach Melchior Frank und Johann Sebastian Bach sowie Rock for Kids "Ny Song" von Alexander Jekic. Es gab langen, begeisterten Beifall besonders von den Kids und Freunden der Jungmusiker, die sich jedoch während der Darbietung nicht von ihren Smartphons trennen konnten.

Die Festhalle war voll besetzt, Detlef Kulse führte wie stets kenntnisreich und witzig durch das Programm. An dem Electronium brillierte Christine Muchenberger, am Schlagzeug Arno Mench. Für das Hauptorchester hatte Dirigent Victor Trippel eine Reise durch die musikalische Vielfalt von Europa einstudiert die mit der Europahymne begann. Es folgte die Eurovisionsmelodie. Diese bekannte Suite ist eine Zusammenfassung europäischer Volksweisen und beginnt mit der Fanfare der Eurovisionsmelodie. Es folgt: "Sur le pont d‘Avignon" (Frankreich), "Vo Luzern gagne Weggis zu" (Schweiz), ein Volkslied aus Ungarn, "Jetzt gang i ans Brünnele" (Deutschland), "La Paloma" (Spanien), sowie "Funiculi-Funiculla (Italien). Alle Stücke wurden präzise gespielt und erhielten langen Beifall.

Rasantes Tempo und virtuose Passagen erklangen im "Balkanfiber", um die Balkanstaaten zu charakterisieren. Dem folgte ein Musett-Walzer-Potpourri, in dem die große Klangfülle des Akkordeons zur Vorschein kam. Es folgte die Filmmelodie "Live and let die" von Paul McCartney. Mit "Italo Pop Hits" wurde an die frühe Italienreise-Welle in den 50er und 60er Jahren erinnert und mit"Espana cani (Malerisches Spanien)" endete die musikalische Europa-Reise. Mit der Zugabe "Schwarzwaldmädel" war die musikalische Heimat erreicht. Langer begeisterter Beifall war der Lohn für das schöne Konzert.

Im zweiten Teil des Abends waren die 16 Musiker des Kaiserstühler Harmonika Spielrings aus Endingen mit ihrem Dirigenten Harald Kniebühler zu hören. Dieser hatte sich ebenfalls auf eine musikalische Reise durch Europa aufgemacht, diese jedoch nach lebhaften modernen Musikstilen belegt. Sie haben ihr Können in anspruchsvollen modernen Rhythmen gekleidet. Begonnen hat es mit der "Werziade", eine Originalkomposition der Oberstufe, dann folgte "La Storia" ein konzertantes Stück, eigentlich für Blasorchester geschrieben, das jedoch durch das Akkordeon wunderbar erklang. Nach "Air", einem irischen Volkslied folgte mit "Retours des Hirondelles" ein französischer Musettwalzer und das "Rondo Veneziano", eine leichte italienische Barockmusik, dann "Eloise" von Paul und Berry Ryan aus der Pop-Literatur. Mit "Another Brick in the Wall" von Pink Floyd ging es nochmals nach England, mit dem WM-Song "Auf uns" ging es zurück in die Heimat. Als Zugabe erklangen "Jump" und der Bozener Bergsteiger Marsch. Dirigent Harald Kniebühler moderierte kenntnisreich die einzelnen Stücke und die jeweiligen Solisten. Zum Schluss gab es frenetischen Beifall und Pfiffe für den zweiten Konzertteil. Das zahlreiche begeisterte Publikum blieb noch für intensive Gespräche.