Ensembles präsentieren sich hervorragend präpariert

Karin Steinebrunner

Von Karin Steinebrunner

Mo, 09. Dezember 2019

St. Blasien

Adventskonzert des Kollegs St. Blasien/In diesem Jahr sammelt die Jesuitenschule für ein kirchliches Hospiz in Temeswar in Rumänien.

ST. BLASIEN. Um Einiges gestrafft gegenüber den Vorjahren wirkte das Programm des traditionellen Adventskonzertes der Kollegianer, was dem Ergebnis durchaus gut tat. Alle Beiträge wirkten frisch, den einzelnen Ensembles angemessen ausgewählt und hervorragend präpariert. Die Konzentration ließ in keinem Moment nach, und Pater Mertes, der zu Beginn den Stolz des Kollegs darüber formuliert hatte, dass die Akteure den Mut aufgebracht hatten, sich vor großem Publikum mit ihrer sorgfältig und liebevoll vorbereiteten Musikauswahl zu präsentieren, konnte am Ende zu Recht strahlend eine ebenso beglückte Zuhörerschaft in den Adventsabend entlassen.

Den Anfang des Programms gestaltete das Unterstufenorchester unter der Leitung von Michael Neymeyer, der neben einem selbstkomponierten Einleitungsstückchen drei bekannte Vorweihnachtslieder arrangiert hatte. Dabei durften sich die einzelnen Mitglieder des Orchesters im munteren Wechsel auch bereits als Solisten vorstellen, was den Beitrag dieser Gruppe fröhlich und lebendig machte.

Nach einem gemeinschaftlichen Vortrag von Orchester und Chor der Unterstufe, in dem zu Beginn und zwischen den Strophen die Instrumentalisten agierten und der Chor die ersten beiden brennenden Kerzen am Adventskranz besang, wechselte Michael Neymeyer zum Klavier und begleitete den von Maria Backhaus geleiteten Chor zu einem spielerisch das Läuten der Glocken nachahmenden Lied. Diesem folgten zwei weitere, mehrstimmig gesetzte Stücke, in denen auch solistische Passagen von einzelnen Stimmgruppen zu hören waren. Riesigen Applaus erntete der Chor mit seiner humorvollen Zugabe eines Liedes über den Weihnachtsmann, bei der diverse rote Mützen und weitere kleine Accessoires das Bild der Gruppe auflockerten.

Wer im gedruckten Programm den traditionellen Auftritt der Schola vor dem Eingang bei abgedunkeltem Saal vermisst hatte, wurde freudig überrascht durch ein wie gewohnt vom Korridor her erklingendes "Gaude Emmanuel". Danach nahm der Kollegschor unter der Leitung von Christoph Pollak seinen Platz im Saal ein. Mit rund 20 Sängerinnen und Sängern kleiner als erwartet, dafür aber mit einem 50-prozentigen sonoren Anteil an Männerstimmen, intonierte das Ensemble Bachs "Wie soll ich Dich empfangen" sowie "Erquicke mich mit deinem Licht" des deutschen Romantikers Albert Becker. Dem ließ Pollak noch einen bekannten irischen Segenswunsch folgen.

Das sehr gut aufgestellte und bereits mit einigen Mitgliedern des Unterstufenorchesters angereicherte Kollegsorchester unter der Leitung von Klaus Weißenbach hatte zwei sehr unterschiedliche Werke einstudiert, eine Weihnachtspastorale des Barockkomponisten Johann David Heinichen sowie die Melodien des wohl berühmtesten Weihnachtsmärchenfilms, Karel Svobodas "Drei Nüsse für Aschenbrödel". In Heinichens Komposition führen Bläser und Streicher immer wieder ein apartes Zwiegespräch, das jeweils vom Orchestertutti gekrönt wird. In Svobodas musikalischer Weihnachtswunderwelt präsentierte sich das Orchester mit sattem, weichem Wohlfühlklang.

Den Abschluss des Programms machte das wohl ambitionierteste Werk des Konzerts, der erste Satz aus John Rutters "Magnificat", interpretiert von Kollegschor und –orchester gemeinsam unter der Leitung von Klaus Weißenbach und mit Christoph Pollak am Klavier. Dieses anspruchsvolle, im Jahr 1990 vollendete Werk mit seiner lebhaften Rhythmik, seinen klangvollen Chorpartien und seiner farbenreichen Instrumentierung einschließlich diverser Perkussionsinstrumente war mit Sicherheit die absolute Glanzleistung des Abends. Den ersten Satz charakterisiert der Komponist selbst als "hell und fröhlich", und fröhlich, schwungvoll setzten die Kollegianer Rutters Gedanken um, "die Freude einer Frau darzustellen, die bald Mutter wird", wie ein Rezensent der Uraufführung sich ausgedrückt hatte.

Kein Adventskonzert im Kolleg ohne den gemeinsamen Abschluss in Form des jubelnd von allen Akteuren und Zuhörern gemeinsam angestimmten "Macht hoch die Tür", zusätzlich begleitet von Michael Neymeyer an der Orgel – aber auch kein Adventskonzert ohne Spendenaufruf. In diesem Jahr sammelt das Kolleg für ein Hospiz in der rumänischen Stadt Temeswar, das von Franziskanerinnen und der Caritas getragen wird.