Spielplätze und Bäume

Erkenntnis von Baubürgermeister Haag ernst nehmen

Gertrud Keil

Von Gertrud Keil (Freiburg)

Mo, 31. August 2020

Leserbriefe Freiburg

Viele Spielplätze in Freiburg sind nicht beschattet, was für hohe Temperaturen auf den Spielgeräten sorgt ("Viele Spielplätze, wenig Schatten", BZ vom 22. August).

Anlässlich der Einweihung eines neu gestalteten Spielplatzes neben dem Faulerbad – bei Gluthitze und mit Oberflächentemperaturen von mehr als 50 Grad Celsius auf den Spielgeräten – ließ sich Herr Baubürgermeister Haag zu folgender Äußerung hinreißen: "Wir setzen auf Bäume, weil diese nicht nur Schatten, sondern auch natürliche Kühlung bringen und für gute Luft sorgen."

War das etwa nur eine situativ unter Hitzeeinfluss geborene Erkenntnis oder ein nachhaltiger Sinneswandel, der ihn veranlasst, das Klimaanpassungskonzept der Stadt konsequent umsetzen zu wollen?

Ich kenne da ein Areal mit circa 3500 großen und alten Bäumen zwischen Rieselfeld und dem Planungsgebiet für den neuen Stadtteil Dietenbach. Dieser Wald – ein Habitat für geschützte Tierarten – bringt bis heute für Bewohner und Spaziergänger Schatten und Kühlung und brächte dies auch weiterhin, wenn die Stadt die oben zitierte Erkenntnis von Herrn Baubürgermeister Haag ernst nehmen und von einer Rodung dieses ökologisch wertvollen und klimatisch wichtigen fünf Hektar großen Waldes (unter anderem das "Langmattenwäldchen") Abstand nehmen würde.

Oder bedarf es zur Rettung dieser 3500 Bäume eines Aktes bürgerlichen Ungehorsams? Ich erinnere an die Stadträtin und "Urmutter der Grünenbewegung" in Freiburg, Emilie Meyer, Mitte der 1980er Jahre. Gertrud Keil, Freiburg