Mund-Nasen-Schutz

Erreger trainieren das Immunsystem

Eduard Erhart

Von Eduard Erhart (Kirchzarten)

Do, 24. September 2020

Leserbriefe

Zu: "Wie sinnvoll ist der Mund-Nasen-Schutz wirklich?", Beitrag von Michael Saurer (Politik, 3. September)

Es ist eine so sehr verbreitete fehlgeleitete Vorstellung, dass wir uns mit Hygiene und Abstand ständig vor Erregern schützen müssen, weil sie unser Immunsystem beeinträchtigen, wie Herr Tabori meint.

Das Gegenteil ist der Fall. Wir brauchen die Auseinandersetzung mit der Vielzahl der Erreger, die uns umgeben, um unser Immunsystem zu trainieren und zu stärken. In einem bemerkenswerten Artikel vom 8. August 2020 war in der BZ zu lesen, wie wichtig für die Gesundheit der ständige Austausch von Mikroben für uns Menschen ist. Der Mikrobiologe Thomas Bosch führte dort aus, dass uns ein verarmtes Mikrobiom anfälliger für die Besiedlung mit dem Coronavirus macht und verschärfte Hygienemaßnahmen insgesamt zu einer Zunahme chronischer Erkrankungen führen werden.

Wir sollten uns darüber im Klaren sein, dass alle Corona-Schutzmaßnahmen als Nebeneffekt eine erhebliche Schädigung der körperlichen und seelischen Gesundheit mit sich bringen. Deshalb ist die Verhältnismäßigkeit so wichtig. Vorerkrankte Menschen müssen sich in einem gewissen Maß schützen, aber für alle anderen sind die AHA-Regeln (Abstand, Hygiene, Alltagsmaske) langfristig gesundheitsschädlich. Eduard Erhart, Kirchzarten