Fußball-Kreisliga A

Erstes Laufenburger Stadtderby: Große Unterhaltung auch ohne Tore

Matthias Konzok

Von Matthias Konzok

Mo, 09. September 2019 um 11:44 Uhr

Kreisliga Hochrhein

Premiere in Laufenburg: Im allerersten Stadtderby haben sich der SV 08 Laufenburg II und C.S.I. Juve Rosetta Laufenburg ein hochklassiges und abwechslungsreiches Kreisliga-Duell geliefert.

Setzt bei der Tour de France die Zeit der Bergetappen ein, heißt es für die Radprofis, dass sich ein genauer Blick auf die Konkurrenz lohnen kann. Wer wirkt auch nach dem härtesten Anstieg noch frisch? Wer fällt in den Serpentinen fast vom Drahtesel? Immer wieder scheinen sich Favoriten die Straßen hinauf zu quälen, die Zeit der Verfolger gekommen – doch umgehend ist die schöne Spannung futsch, weil die Dominatoren plötzlich auferstehen und locker-flockig den Berg hinaufspurten.

Fotos: SV 08 Laufenburg II und C.S.I. Laufenburg mit offenem Schlagabtausch

Als im Stadtderby beim SV 08 Laufenburg II die Kicker vom C.S.I. Juve Rosetta Laufenburg im ersten Abschnitt zunehmend den Zugriff auf die Partie verloren, nach gutem Beginn immer mehr in die passive Rolle gedrängt wurden, da schien der Blick in ihr Gesicht, das Schnaufen in jeder willkommenen Pause zu verraten, dass das Tempo an diesem Abend vielleicht doch etwas zu hoch gewesen sein könnte. Es schien, "als ob sie platt gewesen wären", schilderte Marco Scherzinger, Co-Trainer der Nullachter, seine Eindrücke. Doch die C.S.I.-Kicker waren nicht platt, und wenn, dann stiegen sie in der Halbzeitpause in einen erfrischenden Jungbrunnen. Mit Wiederbeginn tänzelten sie leichtfüßig über das Grün, und nun einmal auf Betriebstemperatur gebracht, trug sie der Elan bis zum Schlusspfiff. Dass dann ein torloses Remis auf dem Tableau stand, war im allerersten Ligaduell der Laufenburger Clubs wahrlich nicht fehlender Spielqualität geschuldet.

Nullachter dominieren, doch fehlt die Kreativität

Beide Mannschaften verbindet nicht nur, dass der eine oder andere C.S.I.-Akteur eine Nullachter-Vergangenheit hat – beispielsweise Ex-Landesligaspieler Giovanni Tardo. Der Spielstil ähnelt sich, beiden Laufenburger Teams gelüstet es nach gepflegtem Fußball. Und das Comeback des C.S.I. nach der Pause trug dazu bei, dass sich über 90 Minuten ein temporeiches Kreisliga-A-Duell entwickelte. Trotz der fehlenden Tore war es keine fußballerische Magerkost. Und zuvor hatten beide Clubs ihre offensiven Qualitäten bewiesen: Die Nullachter-Reserve hatte in zwei Spielen zwölf Tore erzielt, Juve Rosetta deren zehn in drei Partien.

"In der ersten Halbzeit hatten wir mehr Anteile", befand Scherzinger, und C.S.I.-Coach Salvatore Spano bestätigte, dass "der SV 08 Druck gemacht hat". Wagte Juve Rosetta in der ersten Viertelstunde immer wieder zielstrebige Angriffe, bevorzugt über den flinken Tardo, da rissen die Gastgeber das Spiel in der Folge zunehmend an sich. "Defensiv sind wir bombe gestanden", lobte Scherzinger, doch "vor dem gegnerischen Strafraum hat uns das Kreative gefehlt". So blieb es bei ein paar Großchancen für sein Team, die beste Möglichkeit hatte Luca Schmidt mit einem Kopfball an den Pfosten (39.). Das Problem des C.S.I.: Flügel und Mittelfeld verschoben nicht in passender Weise, lautete Spanos Analyse, der Coach mahnte zum zweiten Durchgang folglich, im Spiel gegen den Ball "die Lücken im Mittelfeld zuzumachen".

C.S.I. dreht auf, verpasst aber die Führung

Gesagt, getan. "In der zweiten Halbzeit waren wir überlegen", resümierte Spano. Auch ohne Top-Torjäger Nicolo Girgenti kreierte C.S.I. eine Reihe an Chancen, teils nach sehenswerten Kombinationen. Zuweilen wirkte Juve Rosetta indes noch zu verspielt, suchte den formvollendeten Pass statt zielstrebiger den Abschluss. "Wir sind technisch stark und eben gerne am Ball", kommentierte Spano diesen Aspekt. Die große Möglichkeit auf die Führung vergab Giuseppe Iudici, der einen Strafstoß über die Latte setzte (66.). Allmählich befreiten sich die Nullachter vom Dauerdruck des C.S.I, es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, zu dessen Krönung einzig die Tore fehlten.

"Ich kann den Jungs nur gratulieren", sagte Spano zur Darbietung seiner Elf, und seine Mannen sieht er auf einem guten Weg. "Sie trainieren super und werden immer mehr zu einem Team. Sie sind auch nicht mehr so laut wie früher", beschrieb der C.S.I.-Coach zudem die verbesserte Disziplin seiner Elf. Mit Blick auf das Stadtderby verwies er zudem noch im Quervergleich auf das Potenzial des SV 08 als großer Verein, wohingegen der CSI nur "aus 24 Spielern besteht". Scherzinger weiß um seinen breiten Kader, der hohe Qualität biete. Dass im Stadtderby "drei, vier Stammspieler fehlten, merkte man nicht", so der Co-Trainer der Nullachter. Am Ende einte die beiden Laufenburger Teams noch ein dritter Aspekt: Mit dem Remis waren sie letztlich alle zufrieden.
SV 08 Laufenburg II – C.S.I. Juve Rosetta Laufenburg 0:0

SV 08: Scheible, Widmann, Cagatay, Schiewe, Feldmann, Schmidt, Weisser (60. Kutschki), Pour Norouz Firouzeh (87. D’Elia), Reinacher, Willmann, Sibold (60. Herr).
C.S.I.: Mahrer, Iudici, Mandiello, Ferrara, Tardo (90. Salvatore Maenza), Di Stefano, Selimi, Hoti, Hakimboy, Nico Maenza (78. Tumminello), Laisa.
Schiedsrichter: Stefan Wagner (Weilheim).
Zuschauer: 192.
Besonderes: Iudici verschießt Foulelfmeter (C.S.I./66.).