Blut

Es handelt sich um eine Vermutung

Niklaus Bürgin (Titisee-Neustadt)

Von Niklaus Bürgin (Titisee-Neustadt)

Di, 16. Juni 2020

Leserbriefe

Zu: "Das Blut könnte entscheiden", Beitrag von Michael Saurer/Agenturbeitrag (Aus aller Welt, 12. Juni)
Der groß aufgemachte Artikel "Das Blut könnte entscheiden" ist typisch für den heutigen Journalismus. Mit einem markigem Titel und einem farbigen Bild, in Rot selbstverständlich, werden über drei Spalten scheinbar neue Erkenntnisse zum Verhalten des menschlichen Körpers bei Covid-19 erklärt. Dabei soll je nach Blutgruppe der Krankheitsverlauf unterschiedlich schwer sein. Beim genaueren Durchlesen findet man heraus, dass zwei Wissenschaftler, einer aus Deutschland und der andere aus Norwegen, einen Zusammenhang zwischen der Blutgruppe und der Schwere des Covid-19-Krankheitsverlaufs vermuten.

Diese Vermutung haben sie in einer gemeinsamen Studie als Preprint, ein Arbeitspapier, zur Begutachtung an andere Wissenschaftler gesandt. Das ist dann schon alles. Diese Art der Veröffentlichung, auch wenn im Titel das Wörtchen "könnte" benutzt wurde, trägt dazu bei, Halbwissen zu fördern. Hat die BZ das nötig? Niklaus Bürgin, Titisee-Neustadt