Maisanbau

Es handelt sich um zweifachen Missbrauch natürlicher Ressourcen

Ernst Repp (Bad Krozingen)

Von Ernst Repp (Bad Krozingen)

Mo, 02. November 2020

Leserbriefe

Zu: "Fruchtbare Erde wird Mangelware", Beitrag von Heidi Ossenberg (Kultur, 8. Oktober)

Als Neubürger in Bad Krozingen seit April dieses Jahres mit hohen Erwartungen an das Erleben einer wunderbaren Landschaft in Deutschland habe ich mich überwiegend mit dem Fahrrad auf Erkundungstouren begeben und viel Erlebenswertes in der unmittelbaren Umgebung gesehen und genossen.

Leider war mein Blick in die wunderschöne Landschaft fast ständig gehindert durch Maisfelder bis zu zweieinhalb Metern Höhe. Diese aus meiner Sicht ausgeuferte monokulturelle Landwirtschaft in einer so fruchtbaren Gegend hat mich geradezu entsetzt. Ich erachte dies nach näherem Hinsehen als zweifachen Missbrauch natürlicher Ressourcen: nämlich, erstens, extremer Auslaugung des Bodens mit nachfolgend hohem Stickstoffdüngereinsatz und, zweitens, durch übermäßigen Verbrauch von Wasser aus Europas größtem Grundwasserreservoir mit umfangreichen Beregnungsanlagen und deren Betrieb auch bei Sonneneinstrahlung mit über 35 Grad im Schatten.

Landwirte, mit denen ich das Gespräch gesucht habe, finden, wohl ihre Existenz im Auge, da verständlicherweise eigene Begründungen im Vergleich mit dem alternativen Anbau anderer Kulturen. Leider findet das Fruchtfolgegebot zum Schutz des Bodens dabei nur untergeordnet Beachtung. Ich sehe mich, den Maisanbau betreffend, da in Übereinstimmung mit einem Beitrag vom 17. März 2019 des BUND Regionalverband Südlicher Oberrhein – "Oberrhein, Elsass, Baden: Flächenverbrauch & die Verscheußlichung der Landschaft".

Es bleibt jetzt zu hoffen, dass im Zuge der ökologischen Umstrukturierung der Landwirtschaft und der Klimaschutzaktivitäten, worüber im Gemeinderat Bad Krozingen am 5. Oktober berichtet und beraten wurde, das wichtige Thema Maisanbau bald dann auch ökologisch gelöst wird. Ernst Repp, Bad Krozingen